Unfassbare Gewalttat in der Innenstadt

Prügelattacke auf Homosexuellen: Weitere Details bekannt geworden

Der homophobe Übergriff auf den 30-jährigen Gregor P. in der Nacht von Freitag auf Samstag erschüttert die Stadt noch immer.

Der homophobe Übergriff auf den 30-jährigen Gregor P. in der Nacht von Freitag auf Samstag erschüttert die Stadt noch immer. Der auf Facebook gepostete Zeugenaufruf ist innerhalb von 48 Stunden mehr als 7000 Mal geteilt worden. Die Anteilnahme im Netz ist riesig.

Und es gibt neue Details zu dem erschütternden Fall: Laut Polizei hat Gregor P. die Täter vor der Prosecco-Bar in der Theklastraße angesprochen, weil die zuvor eine am Schwulenzentrum (Sub) angebrachte Regenbogenfahne umgeknickt hatten. Nach vermutlich gegenseitigen Spuckattacken kam es zum Faustschlag. Gregor P. erlitt eine Platzwunde im Gesicht. Außerdem ist der Knochen, der sein linkes Auge stützt, zertrümmert.

Gregor P., Opfer einer homophoben Attacke.

Nach Angaben der Polizei seien derart homophobe Übergriffe innerhalb der Stadt „sehr selten“. Im vergangenen Jahr hätten die zuständigen Kommissariate weniger als zehn Übergriffe verzeichnet. Laut Marcel Rohrlack (20) von der Grünen Jugend München sollte die Diskussion allerdings nicht dahingehend geführt werden, ob Anstiege zu verzeichnen sind. Viel wichtiger sei, die Homophobie als grundsätzliches Problem aktiv zu bekämpfen. Marcel Rohrlack ist vor einiger Zeit selbst Opfer eines homophoben Übergriffs geworden. Seitdem hätten ihn unzählige schwulenfeindliche Parolen übers Internet erreicht. Was sich Rohrlack von der Regierung wünscht, ist ein offener und zugleich kritischer Umgang mit Homosexualität. Die Stadt dürfe sich nicht in eine „Es-ist-alles-gut-Illusion hineinfügen“, sagt Rohrlack. Denn die Schwulen-Szene wachse kontinuierlich an – und mit ihr auch die Anfeindungen. Am Mittwoch lädt das Sub zur Demonstration: für mehr Respekt und gegen Hass und Diskriminierung. Los geht die Veranstaltung um 19.30 Uhr an der Müllerstraße 14. 

Sb, Joh

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Es tut mir leid, dass ich dich an dem Tag nicht schützen konnte“
Der Amoklauf in München hat die ganze Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt. Ein Jahr danach kommen Hunderte und gedenken der Opfer. Am bewegendsten sind die Worte …
„Es tut mir leid, dass ich dich an dem Tag nicht schützen konnte“
Thomas Helmut Seehaus: Das Münchner Millionen-Buberl wird 60
Thomas Helmut Seehaus hätte eigentlich nur Helmut heißen sollen. Aber dann wurde er berühmt: Mit seiner Geburt erreichte München im Dezember 1957 die magische Zahl von …
Thomas Helmut Seehaus: Das Münchner Millionen-Buberl wird 60
OB Reiter im Interview: „Wir lassen einander nicht allein“
Mit einer Feier gedenkt die Stadt an diesem Samstag der neun Toten des Amoklaufs am Olympiaeinkaufszentrum. Im Gespräch erinnert sich Oberbürgermeister Dieter Reiter an …
OB Reiter im Interview: „Wir lassen einander nicht allein“
Schüler schaffen Amoklauf-Opfern ein filmisches Denkmal
Die Stadt versuchte noch, sich aus dem Klammergriff des Traumas zu befreien – da reifte in einer Gruppe von sieben Schülern bereits die Idee, den Toten des Amoklaufs ein …
Schüler schaffen Amoklauf-Opfern ein filmisches Denkmal

Kommentare