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Thomas Ehring, Professor für Klinische Psychologie. 

Interview über erschreckenden Trend

Psychologe über Grusel-Clowns: Todesangst kann nachwirken

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München - Manche Menschen, die einem Grusel-Clown begegnen, empfinden Todesangst, sagt Prof. Dr. Thomas Ehring, Professor für Klinische Psychologie an der LMU. Und diese Todesangst kann nachwirken. Ein Interview.

Sie springen unvermittelt aus Gebüschen und dunklen Ecken, erschrecken Passanten und verfolgen Menschen sogar mit Baseballschlägern und Messern: Sogenannte Grusel-Clowns sorgen derzeit in zahlreichen deutschen Städten für Schrecken. Auch in München gibt es mehrere Fälle. Für die Opfer kann das durchaus körperliche und seelische Folgen haben, warnen Experten. Im Interview erklärt Prof. Dr. Thomas Ehring, Professor für Klinische Psychologie und Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz an der Ludwig-Maximilians-Universität, was Grusel-Clowns in manchen Menschen auslösen können.

-Herr Ehring, was kann ein Grusel-Clown bei dem Menschen auslösen, den er erschreckt?

Menschen reagieren natürlich sehr unterschiedlich. In der Situation selbst erschrecken sich die meisten sicherlich sehr stark. Wenn zum Beispiel mit Waffen gedroht wird, kann das sogar bis zur Todesangst gehen. Aber man muss nicht befürchten, dass alle nach so einer Erfahrung dauerhaft geschädigt sind. Ich gehe davon aus, dass sich die meisten von dem Schreck wieder erholen.

-Gerade bei sensiblen Menschen kann das Erschrecken auch gravierendere Folgen haben.

Ja. Wenn jemand während der Clown-Attacke Todesangst erlebt, kann das durchaus Nachwirkungen haben. Manche Menschen haben vielleicht nach einem derartigen Erlebnis generell eine stärkere Angst, bei Dunkelheit nach draußen zu gehen. Oder sie werden von Erinnerungen an die Attacke verfolgt.

-Also kein harmloser Spaß?

Nein, sicherlich nicht. Manche der maskierten Clowns denken vielleicht gar nicht darüber nach, was sie auslösen können. Aber andere Leute zu Tode zu erschrecken ist nicht lustig. Gerade, wenn ein Maskierter in der Dunkelheit mit einem Messer oder einer anderen Waffe in der Hand auf jemanden zukommt, kann das unter Umständen genauso schlimm sein, als wäre derjenige tatsächlich körperlich angegriffen worden.

-Welche Menschen stecken hinter diesem Phänomen der Horror-Clowns?

Da kann ich wie alle anderen im Moment nur spekulieren. Ich vermute sehr unterschiedliche Motive: vom jungen Nachahmer, der sich tatsächlich nur einen Scherz erlauben möchte, bis zu Personen, die Macht ausüben und zugleich anonym bleiben wollen.

-Erleidet das eher positive Image des Clowns durch die aktuellen Geschehnisse Schaden?

Das ist wahrscheinlich schon viel länger der Fall. Durch die Rollen in Filmen, zum Beispiel Stephen Kings „Es“ (Anmerkung der Redaktion: Der US-Horrorautor hatte mit dem Roman „Es“, in dem der böse Clown Pennywise reihenweise Kinder tötet, 1986 einen Bestseller gelandet), hat die Rolle des Clowns ja schon vor einiger Zeit einen negativen Beigeschmack bekommen.

-Stehen die vermehrten Angriffe zurzeit im Zusammenhang mit Halloween nächste Woche?

Die Vermutung liegt nahe. Allerdings begann der Trend in den Vereinigten Staaten ja bereits vor etwa vor zwei Jahren. Aber lassen Sie uns hoffen, dass die Attacken nach Halloween wieder abflauen.

Interview: Stefanie Wegele

Video: So schützen Sie sich vor den Horror-Clowns

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