Grenzenlos jubeln werden die Fans der Deutschen Nationalmannschaft hoffentlich auch heuer beim Public Viewing im Olympiastadion. Foto: Westermann

WM: Public Viewing in der Innenstadt?

München - Auch die kommende Fußball-WM sollen die Münchner live im Freien erleben. Während man im Olympiastadion eine Leinwand plant, fordert die Rathaus-SPD ein Public Viewing in der Innenstadt.

Die Münchner haben Geschmack an Fußball-Feiern gefunden. Nicht nur 2006 während der WM im eigenen Land waren Zigtausende auf der Straße. Tobias Kohler, Sprecher der Olympiapark-GmbH, betont: „Beim Finale der Europameisterschaft 2008 war das Public Viewing im Stadion mit 52 000 Besuchern knackevoll.“ Deshalb sollen auch Spiele der diesjährigen WM in Südafrika wieder auf einer Großbildleinwand unter dem Zeltdach übertragen werden.

Jedoch nur ausgewählte Partien. Denn eines hat die EM laut Kohler außerdem gelehrt: „Wenn das Turnier nicht im eigenen Land stattfindet, interessieren im Prinzip nur die deutschen Spiele.“ Und darauf will man sich auch beschränken. Am 13. Juni geht’s los, wenn die Deutschen um 20.30 Uhr in Durban auf die Australier treffen. Das nächste Public Viewing findet am 18. Juni um 13.30 Uhr statt, zur Begegnung Deutschland – Serbien in Port Elisabeth. Am 23. Juni flimmert um 20.30 Uhr das Spiel gegen Ghana, das in Johannesburg ausgetragen wird, über die Leinwand.

Diese Leinwand steht in der Mitte des Olympiastadions und blickt in Richtung Haupttribüne. So können laut Kohler bis zu 35 000 Fans zuschauen. Der Eintritt soll für Besucher von 7 bis 14 Jahre vier, ab 15 Jahre sechs Euro kosten. Ein Getränk ist im Preis enthalten. Großes Rahmenprogramm spart man sich allerdings: „Bei der EM war völlig klar: Die Leute wollen Fußball, keinen Schnickschnack“, sagt Kohler. Zwei Stunden vor Spielbeginn ist Einlass, eine Stunde davor beginnt die Übertragung mit den Vorberichten des jeweiligen Fernsehsenders. Freilich werde es wieder die Bühne eines Radio-Partners mit Musik und Gewinnspielen geben.

Die SPD im Münchner Rathaus kann sich Public Viewing nicht nur im Olympiastadion, sondern auch in der Innenstadt vorstellen – zum Beispiel auf der Leopoldstraße, auf dem Königsplatz oder auf der Theresienwiese. In einem Antrag fordert sie, das Kreisverwaltungsreferat (KVR) solle den Stadtrat darüber informieren, ob sich private Veranstalter für Public Viewings angemeldet hätten, und die nötige Genehmigung erteilen. Da die Sicherheitskosten für eine solche Veranstaltung aufgrund der schwer einschätzbaren Besucherzahl sehr hoch seien, solle die Stadt in diesem Jahr einen privaten Veranstalter suchen, der diese Kosten tragen kann. „Bei der Durchführung kommt der Veranstalter zum Zug, der das überzeugendste Sicherheitskonzept vorweisen kann.“ Im KVR zeigt man sich zuversichtlich: „Es kommen immer Bewerber für Public Viewings auf uns zu“, sagt ein Sprecher. „Und die bisherigen verliefen immer relativ problemlos. Wir versuchen das zu ermöglichen.“

Im Olympiapark vernimmt man die Nachricht von der möglichen Konkurrenz mit gemischten Gefühlen. „Bisher hat die zentrale Veranstaltung immer bei uns stattgefunden“, sagt Kohler, „das war auch mit der Polizei so vereinbart, weil wir die Sicherheit gewährleisten können.“ Aber noch sei außer den eigenen Veranstaltungen ja nichts gewiss.

Auch nicht, wie viele es letztlich werden. „Sollten die Deutschen nicht über die Vorrunde rauskommen, werden wir uns die Spiele bis zum Finale sparen“, sagt Kohler. „Aber das werden wir natürlich übertragen.“

Johannes Löhr

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