Pumuckl-Fan Armin Krattenmacher darf den Kobold nicht mehr öffentlich zeigen, sonst wird er zur Kasse gebeten. ebu

Pumuckl verliert sein Museum

München - Einen größeren Fan dürfte der Pumuckl weit und breit nicht haben. „Er is mei Lebenswerk“, sagt Armin Krattenmacher, der Schreiner ist wie der Meister Eder. Öffentlich zeigen darf er ihn jetzt aber nicht mehr.

Der Verehrer des kleinen Klabauters hat in seinem Haus ein Pumuckl-Museum eingerichtet und einen Pumuckl-Verein gegründet. Doch jetzt darf er sich öffentlich nicht mehr für sein Idol einsetzen - er musste gegenüber der Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson eine Unterlassungserklärung abgeben.

Die Künstlerin ist schon oft vor Gericht gezogen wegen des Klabautermanns, dem sie einst - nach den Vorgaben der Autorin Ellis Kaut - das unverwechselbare Äußere mit fuchsroten Haaren und abstehenden Ohren gab. Auch Autorin Kaut wurde von Johnson schon aufs Korn genommen. Jetzt steht also der Krattenmacher aus Ohlstadt bei Garmisch-Partenkirchen vor dem Landgericht.

2005 eröffnete er sein Pumuckl-Museum. Kaut war einverstanden - und auch Johnson stimmte zunächst zu. Doch 2008 kam der Verein dazu, und der war nicht von ihr autorisiert. Zum Eklat führte schließlich die Einrichtung der Website www.pumuckl-verein.de.

Krattenmacher versteht die Zeichnerin nicht. „Mia san doch net a Haufn von Spinnern“, klagt er, ihnen sei es um die Erhaltung vom Pumuckl zu Ehren von Frau Kaut und Frau Johnson gegangen. Ein paar Dutzend Mitglieder hatte der Verein, der Kinder in der Schule erfreute und beim Faschingstreiben ebenso präsent war wie auf dem Weihnachtsmarkt.

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Die Internet-Seite ist bereits gelöscht, Museum und Förderverein dürfen nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten. Dabei hatte Schreinermeister Krattenmacher sich immer wieder um Kontakt zu Johnson bemüht - ihr sogar „ganz persönlich g’schriabn“, sogar per Einschreiben mit Rückschein. „Was soi i denn no doa?“, bricht es aus ihm heraus.

Was er denn künftig noch dürfe, will der Schreinermeister wissen. Er hat eine 70 Zentimeter große Pumuckl-Figur auf dem Beifahrer-Sitz, was er damit machen solle? Pumuckl darf im Auto bleiben, sagt Johnsons Anwalt Nikolaus Reber, „Sie dürfen ihn auch mit ins Bett nehmen. Aber nicht ins Internet stellen.“

Die Verhandlung dreht sich - nachdem die Unterlassungserklärung schon vorher abgegeben wurde - nur noch um die Kosten und um bereits erfolgte Abmahnungsgebühren von 1192 Euro. „Geht’s hier um die Sach oder ums Geld?“, begehrt der Schreiner da noch auf. Draußen vor dem Saal denkt Krattenmacher noch wehmütig an Ellis Kaut: „Des is a herzensguater Mensch!“ Zu seinem 45. Geburtstag habe er sich „gewunschen, mit ihr zum Essen zu gehn“. Kaut begleitete ihn. Sarah List

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