Bundespolizei schlägt Alarm

Rabiate Schwarzfahrer: Immer mehr Gewalt gegen Kontrolleure

München - Die Bundespolizei beklagt die steigende Zahl rabiater Schwarzfahrer: Zwei Fälle allein am Montag, bei denen Fahrscheinkontrolleure tätlich angegriffen wurden, zeigen, dass Personen ohne Fahrschein immer rabiater werden.

Schwarzfahrer werden immer rabiater, so die Feststellung der Bundespolizei. Immer häufiger kommt es zu aggressivem Verhalten und Übergriffen auf Kontrolleure der Bahn und Beamte der Bundespolizei. Beispielhaft dafür sind zwei Fälle, die sich am Montag zugetragen haben.

Fall 1: Starnbergerin (50) schlägt und tritt nach Kontrolleuren

Gegen 9.10 Uhr kontrollierten Mitarbeiter des zivilen Prüfdienstes in einer S3 Fahrscheine. Kurz vor dem Halt am Haltepunkt Westkreuz konnte eine 50-Jährige kein Ticket vorzeigen. Als die Frau mit den Kontrolleuren aussteigen sollte, versuchte sie von einer unbekannten Begleitperson eine übertragbare IsarCard zu bekommen. Die Kontrolleurer bemerkten dieses betrügerische Vorgehen jedoch. 

Als am Westkreuz die Bundespolizei verständigt wurde, versuchte die Starnbergerin zu flüchten. Als sie deswegen am Arm festgehalten wurde, trat sie mit dem Fuß gegen zwei Kontrolleure, schlug mit der Faust zu und beleidigte zwei weitere Prüfdienstmitarbeiter. Die DB-Bediensteten blieben unverletzt.

Eine Streife der Bundespolizei stellte vor Ort die Personalien der Beteiligten fest und ermittelt nun gegen die Starnbergerin wegen Körperverletzung, Betrug und Beleidigung.

Fall 2: Rumäne (21) zeigt Hitlergruß und randaliert in der Dienststelle

Gegen 12.45 Uhr kontrollierten zwei Mitarbeiter des zivilen Prüfdienstes Fahrscheine in einer S-Bahn. Kurz vor dem Halt in Pasing erkannte ein 21-Jähriger die Kontrolleure und versuchte zu flüchten. Die Kontrolleure rannten dem jungen Mann hinterher, dabei kam es zu einem Handgemenge. Der Flüchtende, ein wohnsitzloser Rumäne, trat einem DB-Mitarbeiter gegen das Bein und versuchte mit dem Kopf zu stoßen. Im weiteren Verlauf beleidigte der Rumäne die Kontrolleure und erhob die rechte Hand zum verbotenen Gruß.

Im kabel1-Video: Mit solchen Ausrastern müssen Kontrolleure klarkommen

Eine alarmierte Streife der Bundespolizei nahm den 21-Jährigen fest und brachte ihn zur Dienststelle am Hauptbahnhof. Hier beleidigte der Rumäne auch die Beamten. Beim Gang zur Toilette schlug und trat er gegen Gegenstände und versuchte sich auch selbst zu verletzen. Ein Beamter musste den Schlagstock einsetzen, um den Mann kontrolliert in die Gewahrsamszelle zu bringen. Die DB-Bediensteten und Polizisten blieben unverletzt. Der 21-Jährige erlitt eine Schürfwunde am Finger.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird der wohnsitzlose Rumäne heute dem Haftrichter vorgeführt. Ermittlungsgegenstand sind versuchte gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Erschleichen von Leistungen sowie Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

kb/Glomex

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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