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Für Deniz K. steht viel auf dem Spiel. Sein Verteidiger Markus Schollmeyer (l.) kämpft für Gerechtigkeit und will beweisen, dass sein Mandant kein Vergewaltiger ist.

Racheakt oder Vergewaltigung?

Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

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München - War es Vergewaltigung oder der Racheakt einer ehemaligen Geliebten? Ein Top-Manager steht wegen dem Fall vor Gericht.

Was ist am Valentinstag 2016 in der Wohnung von Deniz K. (54, Name geändert) passiert? Seine Ex-Freundin, eine 22-jährige Studentin, wirft dem Top-Manager eines großen bayerischen Autobauers Vergewaltigung vor. Doch es gibt Ungereimtheiten…

Für Deniz K. steht viel auf dem Spiel: Der Ingenieur und Manager sitzt seit gestern auf der Anklagebank und fürchtet um seinen Job. Er sagt zur tz: „Diese Frau will mich ruinieren!“ Dabei gehe es ihr um nichts anderes als Rache. Eine Vergewaltigung habe nie stattgefunden.

Verteidiger hat Zweifel an Aussagen der Studentin

Das einstige Liebespaar hatte einvernehmlichen Sex wie schon unzählige Male zuvor, behauptet er. Der Grund, warum Tatjana B. (Name geändert) gegen K. bei der Polizei Anzeige erstattete, sei ein anderer: Deniz K. wollte lediglich nicht, dass Tatjana B. erneut zu ihm in die Wohnung in Oberföhring zieht.

Das Verhältnis zwischen dem Top-Manager und der BWL-Studentin aus Prag begann im Sommer 2015. Damals hatte sie seine Wohnungsanzeige im Internet gelesen. Es kam zu ersten Treffen, schnell wurde mehr daraus und sie zog bei ihm ein. Einen Mietvertrag gab es nicht. „Sie hat bei mir geschlafen, gegessen, geduscht – alles umsonst“, erzählt S. Doch damit sollte Schluss sein – Tatjana B. suchte sich eine Wohnung in Giesing, zahlte dafür nach ihrer Aussage rund 800 Euro im Monat. Und dann wollte sie offenbar zurück zu Deniz K. – der lehnte allerdings ab und vermutet jetzt hinter ihren knallharten Vorwürfen eine Retourkutsche.

Arge Zweifel daran, dass Tatjana B. im Zeugenstand die Wahrheit sagt, hat auch K.‘s Verteidiger Markus Schollmeyer. „Die Vorwürfe aus der Anklage sind eine glatte Lüge“, sagt der Jurist und Buchautor. Aber die sind belastend: Laut Staatsanwaltschaft kam es am Morgen des 14. Februar zwar zunächst zu einvernehmlichem Sex, doch der soll zunehmend heftiger geworden sein. „Ich habe vor Schmerzen geschrien“, sagt sie. Doch laut Staatsanwaltschaft hielt sie Deniz K. an den Handgelenken fest, machte weiter und sagte nur: „Du musst nicht kämpfen, sondern genießen.“

Vor Gericht verstrickte sie sich in mehrere Widersprüche. Zudem seien laut ärztlichem Gutachten keine Verletzungen bei ihr festgestellt worden. Das Gericht will Anfang Februar ein Urteil fällen.

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