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Weißes Rad auf blauem Grund (re.) zwingt zur Radweg-Nutzung. Das neue Schild (li.) stellte KVR-Chef Blume-Beyerle vor.

Das sagen die User zur neuen Regelung

Radler auf die Straße: Was meinen Sie?

München - Die Stadt hebt an immer mehr Straßen die Radwegbenutzungspflicht auf. Da dies von manchen Auto-, aber auch Radfahrern nicht erkannt wird, hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun neue Schilder entworfen.

Bei dem neuen Schild handelt es sich laut KVR-Chef Blume-Beyerle ausdrücklich nicht um ein offizielles Verkehrszeichen, vielmehr habe es „lediglich Informationscharakter“. Am Donnerstagvormittag wurde am Goetheplatz, Ecke Lindwurmstraße, das Erste dieser Infoschilder zur Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht – so die offizielle Bezeichnung – aufgehängt. Insgesamt hat das KVR laut Blume-Beyerle 15 solcher Tafeln angeschafft. Neun von ihnen werden vorerst an der Pelkoven-, der Luisen-, Goethe- und Domagkstraße sowie an der Ottobrunner Straße montiert. Aber nie dauerhaft, sondern in der Regel nur für einige Monate. Während dieser Zeit sollen die Verkehrsteilnehmer so informiert werden, dass die Radwegbenutzungspflicht an dieser Stelle aufgehoben wurde.

Vielen Verkehrsteilnehmern sind nämlich die Regelungen zur Radwegbenutzungspflicht nicht wirklich bekannt, weshalb es immer wieder zu Konflikten kommt. Teilweise wird zu wenig Abstand gehalten, gehupt und gestikulierend auf den alten Radweg verwiesen. Manchmal ist auch die Fahrweise einzelner Autofahrer ein Grund für Radler, die Straße zu meiden. Gerade im nun nahen Winter wird es auf den Straßen noch enger. „Umso wichtiger ist es, dass alle Verkehrsteilnehmer wissen, wer wo fahren darf“, sagt Blume-Beyerle. Grundsätzlich gilt, dass Radler auch dann auf der Straße fahren dürfen, wenn benutzungspflichtige Radwege durch starken Schneefall, Vereisung oder auch Glasscherben tatsächlich unbenutzbar sind.

Aus Sicht des Kreisverwaltungsreferats sollen Radler überall dort, wo es möglich ist, auf der Straße im fließenden Verkehr mitfahren dürfen. Denn laut Unfallstatistik und vielen Verkehrs-Experten fahren Radler auf der Straße häufig am sichersten, weil sie dort vom Kfz-Verkehr besser gesehen werden und es daher deutlich seltener zu Unfällen mit abbiegenden Fahrzeugen kommt. Das Kreisverwaltungsreferat prüft bereits seit Sommer 2010 systematisch die Benutzungspflicht aller Münchner Radwege. Jeder dieser rund 400 Radwege wird dabei anhand der örtlichen Gegebenheiten als Einzelfall geprüft und im Hinblick auf die Verkehrssicherheit bewertet.

Bis heute hat das Kreisverwaltungsreferat stadtweit die Benutzungspflicht von 54 Radwegen aufgehoben. Im Rahmen der Überprüfung wurden bisher die Stadtbezirke Laim, Maxvorstadt und Schwabing-Freimann untersucht, im Moment ist Au-Haidhausen an der Reihe.

Sven Rieber

Einen Streit um die Radwegnutzung gibt es auch in Dachau - lesen Sie hier weiter!

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