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Hertie an der Tegernseer Landstraße: Die Immobilie wurde verkauft.

Rätselraten um Zukunft der Hertie-Filialen

München - Die Gebäude der Kaufhauskette in Laim und Giesing wurden an einen Münchner Investor verkauft. Die Mietverträge wurden bereits gekündigt.

Heißer Immobilien-Poker um die Münchner Hertie-Kaufhäuser: Zuerst wurden die Gebäude der Filialen in Laim und Giesing verkauft. Dann wurden der Kaufhauskette die Mietverträge für die beiden Immobilien gekündigt. Nun hat Hertie diesen Rauswurf akzeptiert. Wie es mit den Kaufhäusern weitergeht, ist derzeit völlig offen.

Ein Sprecher von Hertie wollte sich zum Verkauf der Gebäude nicht äußern, bestätigte aber die Aufhebung der Mietverträge. Zum Schicksal einzelner Filialen gibt das Unternehmen erst in der kommenden Woche eine Mitteilung heraus.

Auch die neuen Besitzer der Gebäude – die Münchner Immobilienfirma „Bucher Properties“ und das Düsseldorfer Unternehmen „Development Partners“ – wollten zur Zukunft der Hertie-Filialen nichts sagen. „Bucher Properties“-Chef Martin Bucher sagte nur, man werde die Immobilien „weiterentwickeln“. Deren Lage sei sehr spannend. Ob das mit oder ohne Hertie geschieht, wollte er nicht kommentieren. Buchers Partner „Development Partners“ jedenfalls ist ein Spezialist für Kauf- und Geschäftshäuser in Spitzenlagen.

Die Filiale an der Fürstenrieder Straße: Auch sie gehört nun einem Münchner Investor.

Das Münchner und das Düsseldorfer Unternehmen hatten bereits im Dezember die beiden Hertie-Gebäude vom britischen Investor „Dawnay Day“ gekauft. „Dawnay Day“ wiederum war Haupteigentümer von Hertie, bis die Kaufhauskette im Sommer 2008 Insolvenz anmeldete. Danach blieben die Briten aber Eigentümer der Immobilien.

Doch die Interessen zwischen Hertie und seinem einstigen Besitzer laufen seitdem offenbar auseinander: Mittlerweile hat „Dawnay Day“ außer den beiden Münchner Gebäuden noch zwei weitere seiner 73 Hertie-Immobilien in Deutschland verkauft. Wie es scheint, ist die Hertie-Führung um Insolvenzverwalter Biner Bähr an einer Fortführung der Kaufhäuser interessiert – möglicherweise auch in anderen Räumlichkeiten. Das gilt auch für München, das ein Hertie-Sprecher als Spitzenstandort bezeichnete. Wie es heißt, wollte Hertie mit der Auflösung der Mietverträge aller deutschen Standorte gegen die überzogenen Mieten von „Dawnay Day“ vorgehen.

Zur Zukunft der dritten Münchner Filiale in Fürstenried wollte sich gestern keiner der Beteiligten äußern. Insgesamt sind in den drei Hertie-Kaufhäusern 113 Menschen beschäftigt.

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