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Rammstein-Konzert auf der Theresienwiese in München abgesagt – Band stellt jetzt einiges klar

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Von: Klaus-Maria Mehr, Sascha Karowski

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Das geplante Rammstein-Konzert an Silvester auf der Theresienwiese in München wurde nach Informationen unserer Redaktion seitens des Veranstalters abgesagt.

Update vom 18. August, 14.37 Uhr: Laut Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) war die Agentur mit dem Vorschlag des Konzertes an die Stadt herangetreten. „Ich finde es schade, dass sich die Pläne zerschlagen haben“, sagte Baumgärtner. Darüber hinaus sei es in dem Geschäft üblich, sich zunächst um einen Platz zu kümmern und dann die Akteure zu kontaktieren. „Das ist beim Olympiapark genauso.“ Der Stadtrat hatte die Wiesn grundsätzlich zur Verfügung gestellt. Erst in der weiteren Planung wäre Rammstein informiert worden, dass sie nicht auf der Messe, sondern auf der Theresienwiese spielen könnten.

Update vom 18. August, 12.36 Uhr: Ein geplantes Riesenkonzert von Rammstein am Silvesterabend in München sorgte erst für Wirbel und wurde schließlich abgesagt (siehe Erstmeldung). Nun stellen die Berliner Musiker rund um Frontsänger Till Lindemann klar, dass sie den Auftritt noch gar nicht zugesagt hatten. „Richtig ist, dass der Band eine grundsätzliche Anfrage hierzu vorlag, nicht für die Theresienwiese, sondern für das Messegelände München“, sagte ein Band-Sprecher am Donnerstag der dpa in München.

Rammstein-Konzert in München: Jetzt reagiert die Band

„Es gab weder eine finale Zusage der Band noch einen Veranstaltungsvertrag.“ Nach den Plänen der Leutgeb Entertainment Group sollten 145 000 Menschen mitten in München auf der Theresienwiese, dem Ort des Oktoberfests, mit Rammstein ins Jahr 2023 feiern. Der Stadtrat segnete den Veranstaltungsort ab und verwies zur weiteren Genehmigung an die Verwaltung. Nach Diskussionen unter anderem über die Lärmbelastung der Anwohner, die hohen Anforderungen an Polizei und Rettungskräfte und die Sicherheit der Besucher sagte der Veranstalter das Vorhaben jedoch am Dienstag überraschend ab.

Auf der Theresienwiese (l.) wird Rammstein (r.) an Silvester vor rund 145.000 Zuschauern auftreten.
Auf der Theresienwiese (l.) wollte Rammstein (r.) an Silvester vor rund 145.000 Zuschauern auftreten. Daraus wird nun nichts. © Imago/Imago

Erstmeldung vom 16. August 2022

München – Es sollte ein Mega-Event werden. Rammstein auf der Theresienwiese mit 145.000 Zuschauern an Silvester. Doch die Bedenken im Stadtrat und bei der Polizei waren groß. Offenbar zu groß. Wie unsere Redaktion soeben aus dem Rathaus erfahren hat, hat der Veranstalter Klaus Leutgeb nun selbst einen Rückzieher gemacht und das Konzert abgesagt.

Hintergrund war ein Gespräch zwischen Vertretern von Kreisverwaltungsreferat, Polizei, Feuerwehr sowie einzelnen Stadträten. Eingeladen hatte Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Der Austausch war ursprünglich angedacht gewesen, um ein paar offene Fragen zu klären. Wie Teilnehmer berichten, soll Leutgeb aber vor allem beim KVR und der Polizei eine sehr ablehnende Haltung wahrgenommen haben, woraufhin der Veranstalter sein Angebot für das Silvester-Event zurückgezogen habe. Der Eindruck habe sich verfestigt, dass es eine vorgefertigte Meinung bei den Behörden gab. Leutgeb selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Silvester-Konzert mit Rammstein auf der Theresienwiese – Pläne erst zwei Wochen bekannt

Erst vor zwei Wochen wurden die Pläne der Agentur Leutgeb bekannt, an Silvester Rammstein nach München zu holen. Und nicht irgendwohin, sondern auf die Theresienwiese. Die Zustimmung des Stadtrats stand da noch aus, wurde aber nach langer, hitziger Diskussion tatsächlich erteilt.

Rammstein-Konzerte fallen für gewöhnlich in die Kategorie „Mega-Event“. Kann das auf der Theresienwiese neben dem Wintertollwood klappen?
Rammstein-Konzerte fallen für gewöhnlich in die Kategorie „Mega-Event“. Offenbar passt das so nicht auf die Münchner Theresienwiese. © Gonzales Photo / IMAGO

Rammstein-Konzert auf der Theresienwiese: Von Anfang an große Bauchschmerzen

Trotzdem, die Bauchschmerzen seitens der Behörden waren groß. Die neue KVR-Chefin, Hanna Sammüller-Gradl (Grüne) sagte unserer Redaktion: „Wir haben ein Problem mit der Kurzfristigkeit. Für die Sicherheitsbehörden wäre es etwas ganz Anderes, wenn das Konzert im Olympiapark oder auf dem Messegelände stattfinden würde. Dort haben wir schon Erfahrungen mit Großveranstaltungen.“

Hinzu kommt: Parallel finden bekanntlich das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese statt. Dessen Organisatoren erfuhren nach eigener Aussage aus der Zeitung von dem geplanten Konzert und waren, gelinde gesagt, wenig begeistert. Sie fühlten sich hintergangen.

KVR-Sprecher wurde von der Rammstein-Absage überrascht

KVR-Sprecher Tobias Kapfelsberger sagt jetzt auf Anfrage, er sei von der Absage überrascht worden. „Wir haben in dem Gespräch das ausgeführt, was wir bereits dem Stadtrat mitgeteilt hatten und was auch bereits durch die Presse gegangen ist.“ Die Bedenken hinsichtlich Lärmschutz, Sicherheit und verkehrlicher Anbindung waren tatsächlich mehrfach transportiert worden. „Am Ende des Gesprächs ist uns vonseiten des Veranstalters dann mitgeteilt worden, dass die Zeitschiene zu knapp ist, um all das umzusetzen.“

Das sei schon verwunderlich, sagt Grünen-Fraktionschef Dominik Krause. Dem Veranstalter hätte der Zeitkorridor ja bekannt sein müssen. „Wir haben bereits vor einer Woche die Bedenken geäußert und gesagt, dass das zu kurzfristig ist.“

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl findet Absage höchst bedauerlich

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sagte am Dienstag, die Absage sei höchst bedauerlich. „München hat eine große Chance vertan, es wäre das am meisten beachtete Silvester-Event auf der ganzen Welt gewesen.“ Er könne den Veranstalter aber verstehen, nachdem er von der Verwaltung „öffentlich durch den Kakao“ gezogen worden sei. „Es ist ihm ja auch über die Presse signalisiert worden, dass man die Veranstaltung einfach nicht will. Im KVR ist offenbar ein neuer Stil eingezogen, und ich wünsche mir eine Verwaltung, die etwas möglich macht und nicht verhindert.“

SPD-Vize Christian Vorländer sagte derweil, die Entscheidung von Leutgeb verdiene Respekt. „Wir waren der Idee gegenüber aufgeschlossen. Aber es war immer klar, dass der Zeitplan eine große Herausforderung darstellt. Das hat der Veranstalter nun auch gesehen.“

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