+
Diese Schilder hängen jetzt in SWM-Bädern.

Darum ist es nicht erlaubt

Rasier-Verbot in Münchner Bädern: Das steckt hinter den neuen Schildern

  • schließen

München - Einem unserer User sind die neuen Schilder in Münchner Bädern aufgefallen, die ein Rasier-Verbot verfügen. Wir haben bei den Stadtwerken nachgefragt.

Mal kurz ins Becken hüpfen, danach noch unter die Dusche, das Gesicht rasieren und frisch gepflegt wieder gehen: Das Vollprogramm in Sachen Körperpflege ist in den Bädern der Münchner Stadtwerke verboten. Ein User wies uns auf neue Schilder hin, die einen durchgestrichenen Rasierer in den Bädern zeigen. Er spekuliert: "Hierbei handelt es sich wohl um eine Maßnahme gezielt gegen Obdachlose die das Bad zur, oft sehr nötigen Körperreinigung nutzen. Wenn dies der Grund sein sollte, so ist daran zu erinnern, dass die städtische GWG, wenn bei ihren Mietern die Warmwasserversorgung für den Ausbau der Fernwärme mehrere Wochen abgestellt wird, Freikarten genau für diesen Zweck verteilt ..."

Unsere Onlineredaktion hat bei den Betreibern der Bäder, den Stadtwerken München, nachgefragt. Die stellen die Sache etwas anders dar und widersprechen teilweise den Vermutungen des Users.

Hier lesen Sie die Antwort von SWM-Pressesprecher Michael Solić in voller Länge:

In den "Allgemeine Bedingungen für die Benutzung der Badeanlagen" (ABB) heißt es seit jeher unter III/3: "Vor der Benutzung der Becken muss eine Körperreinigung vorgenommen werden. Darüber hinaus gehende Körperpflege (z. B. Rasieren, Maniküre/Pediküre, Haare färben) ist aus hygienischen Gründen nicht gestattet."

Da es wegen des Rasierens immer wieder Probleme gibt, wurden jetzt in den Bädern (nicht nur im Nordbad) Aufkleber mit dem Hinweis darauf angebracht. Und es geht dabei weder ausschließlich um Männer noch um Obdachlose.

Diese Regelung betrifft jegliches Rasieren – gleich ob Mann oder Frau, gleich ob Gesicht, Oberkörper, Beine oder Intimzone. Rasierklingen in einem Barfußbereich bergen grundsätzlich ein Verletzungsrisiko. Die meisten Badegäste finden es auch schlicht unschön, anderen Personen unter der Dusche bei der (Intim-)Rasur zuzusehen. Außerdem ist die abfließende "Haar-Schaum-Masse" wenig hygienisch, häufig bleiben Rückstände davon an Fliesen und Abläufen kleben. Zusätzlich gibt es in den Bädern Beschwerden darüber, dass zum Teil Waschbecken aufgrund von Rasuren dauerbelegt sind und sich Badegäste deshalb nach dem Toilettenbesuch die Hände nicht waschen können.

Es ist wie immer: Für sich betrachtet mag einem das Verbot kleinlich oder "kurios" erscheinen – aber in einem öffentlichen Bad sind klare Spielregeln für alle wichtig, um ein reibungsloses Miteinander zu gewährleisten.

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Park-Zonen lassen auf sich warten
München - In München gibt es bislang 62 Parklizenzgebiete. Seit Jahren prüft die Stadt, wo sie neue Zonen mit Parkraum-Management ausweisen kann – doch noch immer ist …
Park-Zonen lassen auf sich warten
Das bringt 2017 für die Münchner Stadtbezirke
München - Wo Neues entsteht, wo altes verschwindet und worüber 2017 gestritten wird – wir haben in den 25 Stadtbezirken Münchens nachgefragt, was das neue Jahr bringen …
Das bringt 2017 für die Münchner Stadtbezirke
Münchner CSU-Fraktionschef: „Politik muss auf Ängste eingehen“
München - Der neue CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl (41) spricht im Interview über Wohnungsmangel, Flüchtlinge und Sicherheit und warum er hinter Horst Seehofer und nicht …
Münchner CSU-Fraktionschef: „Politik muss auf Ängste eingehen“
Stille Örtchen für Park+Ride-Anlagen?
München - Es muss auch an die menschlichen Bedürfnisse gedacht werden - das findet die Bayernpartei-Fraktion im Münchner Stadtrat. darum beantragt sie eine Versorgung …
Stille Örtchen für Park+Ride-Anlagen?

Kommentare