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Ausbau der Öffnungszeiten

Rathaus-Koalition stutzt Bibliotheken-Pläne gehörig zusammen

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München - Das Kulturreferat wollte alle Stadtteilbibliotheken samstags für Besucher öffnen – Der CSU kommt das mit 1,15 Millionen Euro zu teuer.

Das Kulturreferat muss bei der geplanten Samstagsöffnung der Stadtteilbibliotheken kräftig abspecken. So wollen es SPD und CSU im Rathaus. Statt wie vorgesehen in allen 21 Büchereien dürfte der neue Service vorerst nur in sechs Dependancen gelten. Startschuss wäre Sommer 2017.

Arne Ackermann, Chef der Stadtbibliothek, hatte sich das alles schön ausgedacht. Wie die Zentrale am Gasteig sollten auch die 21 Stadtteilfilialen samstags geöffnet haben. Der Samstag sei im Gasteig der mit Abstand besucherstärkste Tag, so das Kulturreferat. Gut 4,8 Millionen Menschen besuchten jährlich die Bibliotheken – mehr als den FC Bayern München, das Schloss Neuschwanstein und das Deutsche Museum zusammen. Schon vor zwei Jahren stellte die SPD-Stadtratsfraktion daher einen Antrag auf Optimierung der Öffnungszeiten.

Kosten für die Samstagsöffnung: Rund 1,15 Millionen Euro

Ackermann hatte daraufhin mit seinem Mitarbeiterstab ein Drei-Stufen-Modell konzipiert. Demnach wäre die Samstagsöffnung 2017 in den sieben größten Stadtteilbibliotheken eingeführt worden: Schwabing, Neuhausen, Bogenhausen, Sendling, Giesing, Laim und Pasing. 2018 sollten das Hasenbergl, Moosach, Waldtrudering, Fürstenried, Neuperlach, Hadern und Allach-Untermenzing folgen, ab 2019 dann die Maxvorstadt, Milbertshofen, Berg am Laim, die Isarvorstadt, Ramersdorf, das Westend und Neuaubing. Kosten: etwa 1,15 Millionen Euro, 22 neue Stellen hätten laut Kulturreferat geschaffen werden müssen. Der CSU war das jedoch zu viel auf einmal. Auch Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) war nicht begeistert.

Nun haben sich SPD und CSU – offenbar befördert durch die unlängst losgetretene Spardiskussion – auf einen Kompromiss verständigt. Wie es aussieht, wird die Große Koalition am heutigen Donnerstag im Kulturausschuss anstelle der geplanten 22 neuen Stellen nur sieben genehmigen. In der Konsequenz heißt dies, dass die flächendeckende Samstagsöffnung vorerst gestorben ist. Jennifer Becker, Sprecherin des Kulturreferats, schätzt, dass vermutlich nur an sechs Standorten samstags geöffnet werden kann. Wo, sei noch nicht absehbar. Das Referat werde dem Stadtrat Ende Januar Vorschläge machen. „Wir wollen auf alle Fälle schauen, dass die Standorte gerecht über die Stadt verteilt sind.“ Start für die Samstagsöffnung bliebe Sommer 2017.

Kulturreferent musste „hart nachverhandeln“

Hans-Georg Küppers musste mit den Politikern hart nachverhandeln. 

Nach Aussage von Becker hat Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) mit den Haushaltspolitikern der Großen Koalition „hart nachverhandeln“ müssen, damit überhaupt sieben Stellen genehmigt werden. Sie hofft trotzdem, dass die Öffnung in allen Büchereien irgendwann kommt – sofern sich das Konzept bewährt. Von der CSU ist zu hören, dass nach den ersten Erfahrungswerten durchaus eine Ausweitung entschieden werden könne. Die SPD lässt verlauten, „ganz froh“ zu sein, dass die Samstagsöffnung nun überhaupt kommt – und wertet den Kompromiss nicht als Misserfolg.

In der Beschlussvorlage des Kulturreferats waren als künftige Öffnungszeiten der Bibliotheken Dienstag bis Freitag, 10 bis 19 Uhr, und Samstag, 10 bis 15 Uhr, vorgesehen. Montags sollte geschlossen bleiben, weshalb die Gesamtstundenzahl der Öffnung mit 41 gleichbliebe. Den Montag würden die Angestellten aber für interne Arbeiten nutzen, außerdem wären Veranstaltungen und Führungen geplant gewesen. Daher seien auch insgesamt 22 neue Stellen notwendig, weil es für die Angestellten nicht nur eine Verschiebung der Arbeitszeiten, sondern faktisch mehr Aufwand bedeute. Unklar ist nun, welche Details aus dem ursprünglichen Konzept umgesetzt werden.

Die Grünen sind unterdessen der Auffassung, dass die GroKo am falschen Ende spart. Sie werden am Donnerstag einen Änderungsantrag stellen, der sogar über den Vorschlag des Kulturreferats hinausgeht: Sie plädieren dafür, dass die Stadtbüchereien künftig an sechs Tagen pro Woche geöffnet haben sollen – von Montag bis Samstag.

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