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Der Angeklagte (l.) vor Gericht.

Mit Geld finanzierte er sein Studium

Mädchen zum Sex gezwungen - Gericht verknackt Student

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München - So geht wohl moderner Menschenhandel. Ein Student zwang zwei Freundinnen zum Sex, um sich sein Studium zu finanzieren. Nun kassiert er die gerechte Strafe.

Er flirtete auf Facebook. Versprach den Mädels die große Liebe. Doch am Ende zwang er sie zur Prostitution!

Am Mittwoch wurde Laith T. (24, Name geändert) wegen Menschenhandels der Prozess gemacht. Zwei seiner Freundinnen (15, 24 Jahre alt) zwang er zum Sex mit fremden Männern - und finanzierte sich so sein Raumfahrt-Studium. Richterin Ines Tauscher ließ ihn aber laufen: Laith T. muss nicht ins Gefängnis, sondern erhielt 18 Monate auf Bewährung.

Der Grund: Er legte über Verteidiger Richard Beyer ein Geständnis ab. "Es war eine Dummheit", sagte der Täter. "Ich wollte schnelles Geld verdienen. Heute bereitet mir das große Kopfschmerzen." Vorigen Sommer aber nicht! Da eroberte er das Herz von Tanja P. (Namen geändert) und war zwei Monate mit ihr zusammen, bevor er Geldnot vorgaukelte und sie auf einem Sex-Portal anmeldete. "Du musst das machen, um für mich zu verdienen", drohte er ihr und brach jeglichen Widerstand. Bis zu 450 Euro zahlten Freier für den Sex mit Tanja P., sie musste teils mehrfach täglich ran. Das Geld behielt Laith T. aber überwiegend für sich.

Freier gingen in gemieteter Wohnung ein und aus

In der Kazmairstraße hatte der Zuhälter sogar eine Wohnung angemietet, um seine nächste Freundin Ayla T. (Name geändert) zum Sex zu zwingen. Mehrere Freier gingen ein und aus. "Als ich erfuhr, dass sie erst 15 Jahre alt ist, brach ich die Sache ab", sagt Laith T. Heute habe er keinen Kontakt mehr zu den Frauen.

Sein letztes Wort richtete er an die Schüler im Publikum: "Passt auf, dass ihr nicht in schlechte Gesellschaft geratet." Richterin Tauscher fand darauf die passende Antwort: "Die schlechte Gesellschaft, Herr Angeklagter, das waren leider Sie."

Andreas Thieme

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