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Razzien in Luxushotels - Verdacht auf Schwarzarbeit

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München (dpa/lby) - Mit Razzien in Münchner Luxushotels hat der Zoll einen neuen Schlag gegen die Schwarzarbeit geführt.

Wie das Hauptzollamt in der Landeshauptstadt mitteilte, durchsuchten 120 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit am Dienstag neben zahlreichen Oberklasse-Hotels auch eine Münchner Reinigungsfirma und eine Arbeiterunterkunft. Die Beamten gehen davon aus, dass die Firma seit mehr als einem Jahr osteuropäische Staatsangehörige als scheinselbstständige Zimmermädchen und Hotelboys eingesetzt hat.

Wie die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I ergaben, sollen die Verantwortlichen der Reinigungsfirma die Osteuropäer beim Gewerbeamt als selbstständige Unternehmer angemeldet und sie dann an die Hotels vermittelt haben. Für die Beschäftigten hätten sie sich so die Sozialabgaben erspart, als vermeintlich Selbstständige waren die Arbeitskräfte auf diese Weise zudem von der Arbeitsgenehmigungspflicht befreit.

Bereits Anfang des Jahres hatte es ein ähnliches Verfahren gegen eine nordbayerische Reinigungsfirma gegeben, die ihre Mitarbeiter mit der gleichen Masche zu Dumpinglöhnen in Münchner Hotels beschäftigte, berichtete der Zoll weiter. Ob die am Dienstag kontrollierten Arbeitnehmer den Mindestlohn der Branche von 8,15 Euro pro Stunde erhalten haben, sollen die Vernehmungen noch ergeben. Wurde der Mindestlohn deutlich unterschritten, wollen die Ermittler auch prüfen, ob dies die Verantwortlichen der renommierten Hotels hätten wissen müssen. Dann drohten auch ihnen Bußgelder.

dpa

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