Großeinsatz

Razzien wegen Betrug an Prostituierten

München - Betrug im ältesten Gewerbe der Welt: Die Polizei hat in München dutzende Wohnungen und Büros durchsucht. Worum es ging:

Sie bringen Prostituierte um 20 Prozent ihres Lohns und haben teilweise noch nicht einmal eine Erlaubnis für ihre Abrechnungs-Geschäfte. Bei Razzien am Mittwoch haben Polizisten Firmen durchsucht, die in Bordellen Zahlungsautomaten, so genannte POS-Terminals, betreiben.

In zahlreichen Bordellen und Nachtclubs wird die Bezahlung über Kreditkartenlesegeräte abgewickelt. Drittfirmen mieten sich dafür bei einem weiteren Dienstleister Lesegeräte, die sie dann in den Etablissements aufstellen. Die Kunden zahlen per Karte, die Drittfirmen rechnen direkt mit den Frauen ab. Für dieses sogenannte Dreiecksverhältnis brauchen die Firmen laut dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) allerdings eine Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Wie verdeckte Ermittlungen der Polizei im Vorfeld ergeben hatten, lag diese Erlaubnis bei mehreren Unternehmern nicht vor. Wohnugen und Büros von 35 Personen in München und 15 in Hamburg, Unterschleißheim, Rosenheim, Passau und in der Schweiz wurden deshalb durchsucht. Dabei wurden eine Vielzahl der eingesetzten POS-Terminals sichergestellt sowie 145 673 Euro beschlagnahmt. Der Gesamtschaden werde aber auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt, sagte eine Polizeisprecherin.

Kunden und Bordelle waren von den Durchsuchungen nicht betroffen. Die Leidtragenden dieser Abrechnungsgeschäfte seien die Prostituierten, da sie bis zu 20 Prozent des Betrags, den die Freier zahlen, nicht erhalten würden, hieß es von Seiten der Polizei.

Andrea Steiler

Rubriklistenbild: © dpa

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