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Die Bahn kommt nicht: Das sensible S-Bahn-Netz kam gestern Morgen wieder einmal aus dem Takt.

Rechnerfehler legt auf der Stammstrecke den Berufsverkehr lahm

München - Es ist wöchentlich das gleiche Bild: Zehntausende warten auf die S-Bahn, aber sie kommt nicht. Besserung ist kaum in Sicht.

Erneut hat eine S-Bahn-Panne zu erheblichen Verspätungen im Berufsverkehr geführt. Am Dienstagmorgen fiel in der Betriebszentrale an der Donnersbergerbrücke jener Teil des Rechners aus, der den dichten Takt auf der Stammstrecke erst möglich macht. Die Folge: Nurmehr vier Linien konnten die Stammstrecke durchgehend befahren.

Die S-Bahn fahre Tag für Tag „am absoluten Limit“, hatte S-Bahn-Chef Bernhard Weisser erst vor kurzem betont. Der Organismus S-Bahn erleide momentan ständig „Verkehrsinfarkte“, werde dann wiederbelebt und funktioniere bis zum nächsten Zusammenbruch. Einen solchen gab es nun, um 7.10 Uhr am gestrigen Dienstag.

Um diese Zeit fiel im Stellwerk der Betriebszentrale an der Donnersbergerbrücke die sogenannte Linienzugbeeinflussung (LZB) aus. Nur durch diese elektronische „Sichthilfe“, die den S-Bahn-Fahrern anzeigt, auf welche Länge die Fahrt frei ist und mit welcher Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann, ist der dichte Takt von 30 Zügen pro Stunde auf der Stammstrecke überhaupt möglich. Fällt sie aus, könne „der Verkehr nicht flüssig abgewickelt werden“, erklärte eine Sprecherin der Bahn am Dienstag.

Die Techniker hätten sich sofort um das Problem gekümmert, derweil hätten die Linien S 1 Freising/Flughafen und S 6 aus Tutzing am Hauptbahnhof wenden müssen. Die S 7 endete aus Wolfratshausen kommend ebenfalls am Hauptbahnhof und fuhr von der Kreuzstraße bis zum U-Bahnanschluss in Giesing. Die S 27 fiel komplett aus. Lediglich die Linien S 4, S 8, S 3 und S 2 konnten durchgehend über die Stammstrecke geleitet werden. „Im Schnitt gab es hier Verspätungen von zehn Minuten“, sagte die Bahn-Sprecherin.

Der Fehler am Rechner sei bereits nach einer halben Stunde, um 7.40 Uhr, behoben gewesen. Doch bis alle Linien wieder auf die Stammstrecke zurückkehren konnten, habe es bis zirka 11 Uhr gedauert, so die Sprecherin.

Einen Zusammenhang mit dem ganztägigen Rechnerausfall im Stellwerk am Ostbahnhof am 24. Februar gibt es wohl nicht. Damals war erst der erste Rechner, und anschließend auch noch der Ersatzrechner wegen eines Fehlers in der Spannungsversorgung ausgefallen. Am Dienstag sei lediglich die LZB ausgefallen – und der Rechner habe ohne Probleme neu gestartet werden können. „Einen Vergleich zwischen den Störungen kann ich nicht herstellen“, sagte die Sprecherin.

Gegen sich häufende „Verkehrsinfarkte“, hatte S-Bahn-Chef Weisser in der vorvergangenen Woche ausdrücklich erwähnt, helfe nur ein „Bypass“ – sprich: ein zweiter S-Bahn-Tunnel. Der aber wird frühestens im Jahr 2018 fertiggestellt werden. Caroline Wörmann

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