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Forschungs-Standort rechts der Isar: Im Bild das neue TranslaTUM, links gegenüber im Vordergrund die beiden Häuser an der Trogerstraße 12 und 14 , die für das neue Zentrum zur Erforschung von Multiple Sklerose abgerissen werden sollen.

Haidhausen

Rechts der Isar plant MS-Zentrum

Das Klinikum rechts der Isar plant in Haidhausen ein Zentrum zur Erforschung von Multipler Sklerose.

Dafür sollen andere Gebäude auf dem Campusgelände abgerissen werden. Die Stadt prüft gerade die Pläne.

Am Klinikum rechts der Isar wird intensiv geforscht. Bald soll das Krebsforschungszentrum „TranslaTUM“ der Technischen Universität (TUM) eröffnen, das derzeit an der Einstein-, Ecke Trogerstraße entsteht. Das Krebszentrum war bei Anwohnern heftig umstritten, weil dort auch Versuchstiere gehalten werden sollen, denen Tumorzellen eingepflanzt werden.

Doch es ist bereits ein weiterer Neubau auf dem Campusgelände in Planung, in direkter Nachbarschaft zum TranslaTUM, genauer gesagt gegenüber. Es geht um die Erforschung einer noch unheilbaren Krankheit: Der Stadt liegt seit Ende Dezember ein Vorbescheidsantrag für den Neubau eines Zentrums zur Erforschung von Multipler Sklerose (MS) vor. Das bestätigte das Planungsreferat auf Nachfrage. Im Viertel ist das bereits Thema, was genau geplant ist, war den Anwohnern aber nicht bekannt.

An der Trogerstraße 12-16, wo der Bau laut Stadt beantragt ist, müssten wohl zwei alte Häuser weichen. Thorsten Vogel vom Planungsreferat: „Im Rahmen des Vorbescheidsantrages wird auch der Abbruch der auf dem Grundstück bestehenden Denkmäler, die Häuser 12 und 14, abgefragt und geprüft.“ Die betroffenen Gebäude liegen auf dem Campusgelände, manche Räume werden von Instituten des Klinikums genutzt. Es handelt sich nicht um Privatwohnhäuser.

„Ja, wir planen derzeit ein neues Gebäude für die Multiple-Sklerose-Forschung auf dem Campus,“ bestätigte auch der Sprecher der Technischen Universität, Ulrich Marsch, auf Anfrage. „Wir wissen aber noch nicht genau, wo es stehen wird, wie groß es sein wird und wie es aussehen soll.“ Man sei noch „mitten im Planungsprozess“.

Ähnlich äußert sich eine Sprecherin des Klinikums: „Es gibt Planungen für ein MS-Forschungszentrum am Klinikum rechts der Isar.“ Jedoch könne man im Moment noch keine Details nennen. Für Angaben, wann das Gebäude entstehen soll und ob in dem Zentrum wie im TranslaTUM auch Tierversuche stattfinden werden, ist es nach Angaben der Sprecher von TUM und Klinikum rechts der Isar noch zu früh. Im Viertel jedenfalls befürchten Versuchsgegner bereits, dass auch in dem neuen Forschungszentrum Tierversuche stattfinden könnten.

Konkret sind schon die Kostenplanungen: Insgesamt gehe es um „ein Zentrum, das mit 34 Millionen Euro verwirklicht wird“, sagt TUM-Sprecher Ulrich Marsch. Davon kämen neun Millionen Euro vom Bayerischen Wissenschaftsministerium und der TUM, weitere 25 Millionen von der „Klaus Tschira Stiftung“ in Heidelberg, die Naturwissenschaften fördert. Von der Stiftungs-Summe fließen 20 Millionen in den Bau und fünf Millionen in die Forschung. An der bisher unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose leiden allein in Deutschland laut TUM rund 200 000 Menschen.

Anne Hund

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