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Über ihren Anwalt Thomas Pfister zahlte Clara Z. (l.) 20.000 Euro an Rentner Johann K. (81) aus.

26-Jährige vor Gericht

Rentner betrogen: Zahle und schäme dich, du Schwindlerin!

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München - Clara Z. gaukelte Johann K. Liebe vor, dann betrog sie den Rentner um 40.000 Euro. Am Dienstag stand die 26-Jährige vor Gericht - und gab das reumütige Mauerblümchen.

Sie brach ihm das Herz und plünderte sein Konto. Clara Z. (26, Name geändert) nutzte die Gutgläubigkeit von Rentner Johann K. (81) schamlos aus. Um 40.000 Euro hat sie den Sendlinger Rentner betrogen: Die Serbin gaukelte ihm Liebe vor und bat um Geld, da sie sonst abgeschoben werde. Stattdessen richtete sich die Arbeitslose ihre Wohnung ein – und war längst verheiratet.

Das Amtsgericht verurteilte sie deshalb zu zweieinhalb Jahren Haft. Seit Dienstag kämpft Z. in der Berufung um eine mildere Strafe. Das Geld hat sie am Dienstag zurückgezahlt – mit einem Kredit von den Zeugen Jehovas.

Bereits im Oktober hatte Clara Z. die Hälfte des Schadens beglichen. Am Dienstag übergab Verteidiger Thomas Pfister die restlichen 20.000 Euro. Dreist: Davor ließ Clara Z. verkünden, dass sie den Betrag nur zahlen wolle, wenn sich das strafmildernd auswirke. Ihre Forderung: ein Jahr weniger Haft. Richter Sehlke stellte aber klar, dass sich das nicht erfüllen ließe – aber eine Strafminderung auf ein Jahr und zehn Monate vertretbar wäre.

Während Johann K. die Verhandlung verfolgt, gibt Clara Z. das reumütige Mauerblümchen. Sie sagt: „Ich werde meine Haftstrafe verbüßen und danach ein neues, geregeltes Leben beginnen.“ Wurde die skrupellose Betrügerin im Gefängnis plötzlich zum frommen Lamm? Schwer vorstellbar. „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vorher war. Ich studiere jetzt die Bibel“, sagt Clara Z. Sie habe sich von der Liebesschwindlerin zur bibeltreuen Christin gewandelt.

Im Herbst 2012 lernte Johann K. die junge Frau in einem Supermarkt kennen. Gerade erst war seine Frau an Krebs verstorben. „Ich war ganz allein“, sagt der Sendlinger. Seine Freude über die neue Bekanntschaft war dementsprechend groß. Er verliebte sich, feierte mit Clara Z. Weihnachten und wurde von ihr bekocht. Doch irgendwann forderte sie Geld – und ging mit Johann K. sogar zur Bank. Ein Mitarbeiter wurde aber misstrauisch und rief die Polizei. So flog der Schwindel auf! Zunächst elf Monate musste Clara Z. ins Gefängnis. Nach ihrer Entlassung meldete sie sich aber erneut bei Johann K. Unter Druck zahlte er ihr 40.000 Euro.

Jetzt wandert die Liebesschwindlerin für ein Jahr und zehn Monate in den Knast, auch durch die Aussage von Johann K. Er sagt: „Sie hat mich wie Abschaum behandelt. Ich schäme mich so sehr.“ 

Johannes Heininger

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