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Rentner nach Raubmord an 93-jähriger Schmuckhändlerin vor Gericht

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Amberg - Rund eineinhalb Jahre nach dem Raubmord an einer 93 Jahre alten Schmuckhändlerin aus Amberg müssen sich zwei Rentner vom 15. Januar an vor Gericht verantworten. Die 69 und 70 Jahre alten vorbestraften Männer sollen die Greisin in ihrem Geschäft erschlagen haben, um in aller Ruhe Schmuck im Wert von 30 000 Euro stehlen zu können.

Die Staatsanwaltschaft hat die Senioren wegen gemeinschaftlichen Mordes sowie Raubes mit Todesfolge angeklagt. Für den Prozess hat das Landgericht Amberg zunächst drei Verhandlungstage bestimmt. Es sei aber damit zu rechnen, dass für die Beweisaufnahme weitere Termine nötig werden, sagte ein Justizsprecher.

Die beiden Männer waren bereits vor der Bluttat in Sicherungsverwahrung. Die Gerichte hatten die Vorbeugehaft für die zwei Rentner allerdings wenige Monate vor dem Verbrechen an der 93-Jährigen aufgehoben.

Die betagte Frau hatte trotz ihres Alters noch regelmäßig ihren Laden in der Amberger Innenstadt geöffnet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Beschuldigten am 22. Juli 2006 in den Mittagsstunden die Frau überraschten und mit einer Pistole tot prügelten. Beide haben in den Vernehmungen bei der Polizei jedoch bestritten, die alte Frau getötet zu haben.

Bei dem Überfall hatten die Täter eine wertvolle antike Taschenuhr-Sammlung und Schmuckstücke erbeutet. Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei die zwei Rentner in Verdacht. Zunächst wurde der 70-jährige Amberger gefasst, dann konnte der ein Jahr jüngere Mann aus dem oberbayerischen Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) festgenommen werden. Er hatte angeblich Kontakte zum Münchner Rotlichtmilieu und wurde neun Tage nach dem Verbrechen von einem Spezialeinsatzkommando in einer Berliner Wohnung überwältigt.

Wegen der Bluttat hatte die Amberger Kriminalpolizei eine zeitweise rund 50 Beamte starke Sonderkommission "Uhr" gegründet. Für den Prozess hat die Staatsanwaltschaft 133 Zeugen und 15 Sachverständige benannt.

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