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Rettung für den Stadt-Strand

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München - Die Urbanauten kommen mit dem Schrecken davon: Ihr Kulturstrand an der Corneliusbrücke darf heuer stattfinden. Künftig will sich die Stadt die Standorte allerdings selbst aussuchen.

Das Tauziehen um den Kulturstrand und das öffentliche Echo darauf geht dem Stadtrat gehörig auf die Nerven. Die SPD will darum die veranstaltenden Urbanauten nicht länger zappeln lassen: In der heutigen Ratssitzung stimmt sie gemeinsam mit den Grünen dem Vorschlag des Baureferats zu, den Strand an der Corneliusbrücke zu genehmigen. Jedoch mit einem Änderungsantrag: „Die Stadt soll den Strand ab 2011 für einen Zeitraum von jeweils drei Jahren ausschreiben“, sagt Fraktions-Chef Alexander Reissl.

Das bedeutet: Die Urbanauten verlieren ihr Veranstalter-Privileg und müssen sich um den Strand öffentlich bewerben. Und: Die Corneliusbrücke soll nur einer von drei Standorten sein, an die der Strand jährlich wandern soll. „Wir wollen die Standorte mit der Verwaltung diskutieren“, sagt Reissl. Er gibt jedoch zu, heißer Favorit sei ein Platz, „bei dem die in der Unteren Naturschutzbehörde sofort einen Herzinfarkt bekommen“: der Vater-Rhein-Brunnen, der den Urbanauten in der Vergangenheit immer als Veranstaltungsort untersagt wurde, weil er juristisch im Landschaftsschutzgebiet liegt.

Interessanterweise war der Brunnen vor zwei Jahren bereits vom Stadtrat als Standort beschlossen worden – damals gegen die Stimmen der SPD. Doch die Lokalbaukommission (LBK) kippte das Votum. Dort rümpft man nach wie vor die Nase: „An unserer Haltung hat sich bis jetzt nichts geändert“, sagt Sprecher Thorsten Vogel. Der Brunnen liegt im Bezirk Altstadt-Lehel. Der Chef des örtlichen Bezirksausschusses, Wolfgang Püschel (SPD), baut auf die LBK: „Wir wollen den Platz vor dem Strand schützen.“ Grünen-Chef Siegfried Benker zeigt sich dennoch zuversichtlich. „Ich glaube, dass auch in der Verwaltung ein Umdenken eingesetzt hat. Naturschutzrechtliche Bedenken sind dort nicht gerechtfertigt.“

Benker kündigt an, dass die Grünen den Änderungsantrag mittragen. „Es kann nicht sein, dass die Urbanauten Standort-Vorschläge machen müssen. Das ist Sache der Verwaltung.“ Er betont jedoch, ihm würde auch eine einzige Alternative zur Corneliusbrücke reichen. „Ob wir so schnell einen dritten Standort finden? Es soll nicht dazu führen, dass die Dinge noch komplizierter werden als zuvor.“

Sogar die CSU findet den Standort Vater-Rhein-Brunnen gut – sie stellt einen eigenen Änderungsantrag. „Wir wollen, dass der Strand schon heuer dort stattfindet, damit die Isarvorstadt entlastet wird“, sagt Sprecher Thomas Reiner. Danach solle sich die Verwaltung nach geeigneten Orten umsehen. Und dabei gerne auch weniger zentrumsnah suchen – etwa am Willy-Brandt-Platz in Riem oder dem Allacher Sommerbad.

Das Baureferat will den Strand von 23. Mai bis 8. August genehmigen, Schluss soll täglich um 23 Uhr sein. Die CSU beantragt 22 Uhr – durchsetzen werden sich wohl SPD und Grüne, die den Strand volle drei Monate genehmigen wollen, täglich bis 23 Uhr.

Urbanauten-Chef Benjamin David zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Es ist schön, dass der breite Wille da ist, das Projekt zu ermöglichen.“ Angst vor einer Ausschreibung hat er nicht. „Wir freuen uns, wenn sich auch andere finden, die die Stadt erlebbar machen wollen.“

Johannes Löhr

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