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Früher Richter, heute Staatsanwalt: Matthias Braumandl (39).

Er hatte einen Ex-Rektor verurteilt

Richter im Zeugenstand: So lief die Anhörung beim Berufungsprozess

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Ein Ex-Rektor der Musikhochschule war wegen sexueller Nötigung angeklagt, weil er zwei Kolleginnen bedrängt haben soll. Beim Berufungsprozess sahen sich Täter und Richter wieder.

München - „Mit Verlaub, Sie sind ein Grapscher.“ Mit diesen Worten hatte Matthias Braumandl (39) am Amtsgericht sein Urteil gegen Siegfried Mauser (62) gesprochen. Der Ex-Rektor der Musikhochschule war wegen sexueller Nötigung angeklagt, weil er zwei Kolleginnen bedrängt haben soll. Braumandl verurteilt den Professor im Mai 2016 und fand harte Worte. Im Berufungsprozess vor dem Landgericht sahen sich beide nun wieder: Mauser auf der Anklagebank und Braumandl als Zeuge. Letzterer ist heute als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft München II tätig. Am Montag musste er aber im Prozess aussagen.

Denn Richter Markus Koppenleitner, der den Sex-Prozess am Landgericht leitet, hatte ihn geladen und wollte die früheren Aussagen der Frauen im Detail überprüfen. Mehr als eine halbe Stunde lang sagte Braumandl aus. Für ihn eine ungewöhnliche Position, denn eigentlich jagt er die Verbrecher. Trotzdem erinnerte er sich an jedes Detail.

Ob es denn sein musste, dass Braumandl ihn einen Grapscher nannte, wollte Mauser am Ende noch wissen – sein Ruf und seine Gesundheit hätten gelitten. Die Frage ließ Koppenleitner aber nicht zu. Denn sein Urteil hatte Braumandl längst begründet. Und vor Gericht steht nicht er – sondern Siegfried Mauser. 

thi

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