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Tudorel M. (27) und  Ilie D. (36) am Mittwoch vor dem Landgericht.

Angeklagte feilschen

Richter wendet bei dreisten Seriendieben kuriose Methode an

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80 Einbrüche sollen die zwei Beschuldigten verübt haben, eine halbe Stunde lang ist der Staatsanwalt damit beschäftigt die Anklage zu verlesen. Was macht der Richter? Der reicht den beiden Zettel und Stift.

München - Sie reisten mit dem Bus nach München, um hier zu stehlen! Insgesamt 80 Einbrüche sollen Ilie D. (36) und Tudorel M. (27) zwischen Juli 2015 und Juni 2016 begangen haben. Doch laut Staatsanwaltschaft sind sie nur der Kopf einer international operierenden Bande, die teilweise noch flüchtig ist.

Am Mittwoch der Prozess am Landgericht! Eine halbe Stunde braucht der Staatsanwalt, um die Anklage mit allen Taten vorzulesen. Demnach hatten die Einbrecher in München und dem Umland für Angst gesorgt. Immer wieder sollen sie Gartenhäuser, Schrebergärten und Schuppen aufgeknackt haben. Die Beute von 52 160,60 Euro teilten sie laut Anklage und verkauften etliche Gegenstände nach Rumänien.

Auch vor Gericht feilschten die Angeklagten am Mittwoch – doch diesmal um ihre potenziellen Haftstrafen. Im Gegenzug für ein Geständnis mildert das Gericht diese manchmal ab. Eine Taktik, die mittlerweile auch unter Verbrechern bekannt ist.

Am Mittwoch wurde es dann kurios: Richter Philipp Stoll bat Ilie D. und Tudorel M. um ihre Vorschläge. Die maximal gewünschte Haftdauer sollten sie auf einen Zettel schreiben und dem Gericht dann übergeben. Dasselbe tat der Staatsanwalt.

Ergebnis: Bis zu sechs Jahre und neun Monate Haft wolle Ilie D. „nicht annehmen“, verkündete sein Verteidiger. Der Angeklagte werde „unter diesen Umständen“ nicht gestehen.

Tudorel M. dagegen schon: Mit einer Haft bis zu vier Jahren und neun Monaten kann er offensichtlich leben. Und räumte ein: Er kenne den Komplizen aus der Heimat, der habe ihm geraten, in München zu arbeiten. Das klappte nicht recht: Für 40 Euro half M. auf Baustellen, nachts schlief er im Zelt. Bis es zu kalt wurde: Dann sei er eingebrochen, „um in den Gartenlauben zu übernachten.“ Das Urteil fällt am 18. Dezember.

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