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Funktionalität hat im „Leonardo Royal“ an der Moosacher Straße den Vorzug vor unnötigem Schnickschnack bekommen. Premium-Kategorie soll trotzdem alles sein.

Richtfest für Luxus-Hotel

München - Mit dem "Leonardo Royal" bekommt München wieder ein neues Luxushotel. Auf der Baustelle haben auch bulgarische Bauarbeiter zu Hungerlöhnen wie Sklaven geschuftet.

Ein roter Teppich führt über Kies und Schutt, vorbei an Containern, quer über das 10 000 Quadratmeter große Grundstück zum Haupteingang. Im Inneren des von Baugerüsten umringten, grauen Klotzes ist es staubig und riecht nach Zement, an manchen Stellen ragen Rohre aus den Wänden, Planen hängen herab.

Doch schon in einem halben Jahr sollen hier an der Moosacher Straße, auf dem westlichen Teil des Stammgeländes der Knorr-Bremse AG in Milbertshofen, die ersten Gäste einchecken. Dann soll das Kongress- und Tagungshotel „Leonardo Royal Hotel Munich“ eröffnet werden.

 Zur Feier des nach einem Jahr Bauzeit vollendeten Rohbaus trafen sich Vertreter der beteiligten Unternehmen mit Münchens drittem Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) zum traditionellen Richtfest. Die Bauarbeiten hatten aber schon vor dem Fest für Schlagzeilen gesorgt. Auf der Baustelle hatten bulgarische Arbeiter zu Hungerlöhnen geschufftet bis der Zoll die sklavenähnlichen Zustände aufdeckte (wir berichteten).

„Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Hotel noch weitere internationale Kongresse nach München holen können“, sagte der zukünftige Direktor Jan Heringa. Er lobte die Lage des Hotels mit dem angrenzenden Olympiapark, der Nähe zum Flughafen und der günstigen Verkehrsanbindung. Monatzeder begrüßte die Investition am Standort München.

Die Marke „Leonardo Hotels“ gehört zur größten israelischen Hotelkette „Fattal“. Seit 2007 ist sie auf dem deutschen Markt vertreten. Royal steht für die Premiumkategorie, deren erstes Haus kürzlich in Berlin eröffnet wurde. Zielgruppe sollen Städte- und Geschäftsreisende sein. Der Hotelentwurf stammt vom Frankfurter Architekturbüro JSK.

Das Erdgeschoss nehmen Foyer mit Bar, Restaurant sowie eine großräumige Konferenzzone ein, dahinter öffnen sich Innenhof und Terrasse. Im Untergeschoss entsteht ein riesiger, befahrbarer Ballsaal, in dem bis zu 800 Personen feiern oder auch Autos ausgestellt werden können. Die 424 Zimmer und Suiten sollen in „puristischer Eleganz“ gehalten sein, Funktionalität gehe vor Schnickschnack. Trotzdem beherbert der Bau einen Sauna- und Fitnessbereich. Das günstigste Zimmer kostet laut Betreiber 69 Euro pro Nacht.

In den letzten Jahren war das Gelände an der Moosacher Straße am nördlichen Ende des Olympiaparks teilweise als Parkfläche von Knorr-Bremse genutzt worden, der Rest lag brach. Nun sollen dort neben dem Hotel auch neue Bürogebäude entstehen. Eigentlich sollte schon jetzt der gut 70 Meter hohe „Olympia Office Tower“ mit angrenzendem Campusgebäude emporragen. Da bisher die Mieter fehlen, verschoben die Autraggeber, eine Objektgesellschaft von IVG Immobilien und Knorr-Bremse, jedoch den Bau.

„Wenn ein großer Mieter gefunden wird, können wir sofort loslegen“, sagt IVG-Sprecher Jens Friedemann. Über die übrigen drei Grundstücke verhandle Knorr-Bremse derzeit mit Kaufinteressenten, erklärt deren Sprecher Christoph Guenter. Hotel und Bürobauten sollen entlang einer zentralen Achse ausgerichtet werden und von Grünflächen umgeben sein, die sich in Wasserelementen und gläsernen Fassaden spiegeln.

Karin Eilks

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