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Rikschas sind zurück am Marienplatz

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Rettung gelungen? Für ein paar Wochen dürfen Dominic Staat und seine Fahrer zurück auf den Marienplatz. Foto: Klaus Haag
Rettung gelungen? Für ein paar Wochen dürfen Dominic Staat und seine Fahrer zurück auf den Marienplatz. Foto: Klaus Haag

München - Die Stadt erlaubt einen kleinen Stellplatz für drei Radl-Taxis am Rand des Platzes. Das KVR betont aber, dass die Regelung nur begrenzt ist.

Als vor wenigen Wochen Rikscha-Fahrer vor dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) demonstrierten, schien eine Lösung in weiter Ferne. Zu verhärtet waren die Fronten:Hier KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle, der die Radl-Taxis nicht mehr länger auf dem Marienplatz dulden wollte. Dort die Rikscha-Fahrer, die den angebotenen Alternativ-Platz um die Ecke Richtung Rindermarkt für das Ende ihrer Branche hielten. Mittlerweile hat man sich angenähert. Gestern brachte ein Gespräch im KVR einen ersten Kompromiss. Schon in wenigen Tagen stehen wieder Rikschas am Marienplatz. Wenn auch nur versuchsweise - und nur noch ein paar.

Seit ein paar Wochen gilt jetzt die Regelung, nach der die Rikschas nicht mehr auf dem Marienplatz stehen dürfen, sondern auf der Seite des Hugendubels in Richtung Rindermarkt. Dort hat das KVR einen offiziellen Rikscha-Standplatz geschaffen, an den sich die Fahrer vorbildlich gehalten haben, wie KVR, Polizei und Fahrer selbst betonen.

Offenbar hat sich die Atmosphäre zwischen den Streithähnen in den vergangenen Wochen erheblich verbessert. Gestern nun einigte man sich auf einen Kompromiss, mit dem sogar Rikscha-Unternehmer Dominic Staat von den „Pedalhelden“ leben kann. „Jetzt sind wir wieder sichtbar“, sagt er. Staat hatte den Standort Richtung Rindermarkt von Anfang an scharf kritisiert. Für Touristen seien die Rikscha-Fahrer dort schwerer erkennbar. Und: Er hält den Platz, an dem auch Busse und Taxis vorbeifahren, für zu gefährlich. „Unsere Fahrgäste sind es gewohnt, bevor sie einsteigen, mit dem Fahrer zu sprechen“, sagt er. „Das dauert einfach alles länger als wenn Sie in ein Taxi einsteigen.“

Das KVR hat gestern angeboten, dass die Rikschas zurück auf den Marienplatz dürfen. Ein Stellplatz für drei Rikschas soll am U-Bahn-Ausgang vor dem Hugendubel „in den nächsten Tagen“ markiert werden. Staat war sehr wichtig, dass mehrere Rikschas dort stehen, damit die Fahrgäste sich weiter selbst eines wählen können. KVR-Sprecherin Daniela Schlegel betont allerdings, dass es sich nur um einen sechswöchigen Versuch handele. „Es ist jederzeit möglich, den Standort aufzulösen.“ Im KVR hat man noch nicht vergessen, für wie chaotisch und gefährlich man die Verhältnisse bis vor wenigen Wochen hielt, als teils mehr als zehn Rikschas einen „Sperrriegel“ bildeten, wie man es im KVR nennt. Schlegel betont, dass der Versuch nicht das Ende des kürzlich geschaffenen Stellplatzes sei, sondern nur eine kleine Ergänzung. Die Rikscha-Fahrer wollen ihn nun als Wartezone nutzen. „Sobald ein Fahrzeug am Marienplatz abfährt, rückt von dort das nächste nach“, so sagt es Staat.

Das KVR will all das genau beobachten. Dominic Staat zumindest ist schonmal zuversichtlich, dass seine Leute sich akribisch an die Vorgaben halten. „Die Rikscha-Fahrer“, sagt er, „sind ziemlich vernunftbegabt.“

Felix Müller

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