Das Ringen um den Stäbli-Durchstich geht weiter

München - Das Verfahren für den Forstenrieder Durchstich der Stäblistraße geht in die entscheidende Phase. Nach Angaben der Regierung von Oberbayern sind über 3000 Widersprüche gegen die Planfeststellung eingegangen. Wenn dieser Berg von Akten abgearbeitet ist, entscheidet die Regierung, ob der Plan verwirklicht werden kann.

Jüngst ist das Material an die Stadt weitergereicht worden, die nun an ihrer letzten Stellungnahme feilt und den Ball wieder zur Regierung zurückspielt.

Mit der Trasse quer durch das Gelände zwischen dem Neurieder Kreisel an der Autobahn und dem bestehenden Hauptstück der Stäblistraße soll die Herterichstraße entlastet werden. Für diese alte Dorfstraße gibt es keine Möglichkeit zur Verbreiterung.

Die Befürworter des Durchstichs verweisen auf die hoffnungslose Verkehrsüberfrachtung des Forstenrieder Dorfkerns. Die Gegner – vor allem aus der Nachbarschaft – fürchten ihrerseits um die Ruhe und den Wert ihres Anwesens.

Die Regierung wird die Termine für die Erörterung mit den Projektgegnern festsetzen. Am Ende kann die Behörde das Vorhaben billigen oder verwerfen. Der Stadtrat hat dem Durchstich schon vor geraumer Zeit seinen Segen gegeben. Ob dann wirklich das letzte Wort gesprochen ist, darf aber durchaus bezweifelt werden. Denn mit der Planfeststellung wird auch der Klageweg eröffnet.

Neben einer Vielzahl von betroffenen Bürgern hat sich auch die Gemeinde Neuried gegen die schnelle Passage durch Forstenried gewandt. Sie befürchtet, dass mit dem Mehr-Verkehr über die Stäblistraße auch zusätzliche Fahrzeuge durch ihr Zentrum rollen. Wie in Forstenried bildet auch in Neuried eine Ampelkreuzung das Herzstück der Kommune.

Mehr als vier Jahrzehnte geistert die Planung des sogenannten Stäbli-Durchstichs nun schon durch politische Gremien und Behörden. Sichtbar ist davon lediglich die freigehaltene Trasse. Doch unmittelbar angrenzend gibt es eine Reihe von Wohnbauten – etliche davon im Vertrauen darauf gebaut, dass die Verlängerung der Stäblistraße wohl kaum mehr verwirklicht wird.

Eberhard Geiger

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