Aus für rote Plakette: Für verschärfte Umweltzone gibt es aber Ausnahmen

München - Wer in München ein Auto mit roter Plakette fährt, darf ab 1. Oktober nicht mehr in der Umweltzone innerhalb des Mittleren Rings fahren. Allerdings gibt es eine Fülle von Ausnahmen.

Rund 8400 in München zugelassene Pkw und 10 000 Lkw haben eine rote Plakette. Wer nach der Verschärfung der Umweltzone noch mit einem dieser Fahrzeuge innerhalb des Mittleren Rings erwischt wird, und keine Ausnahmegenehmigung hat, muss mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Die Stadt wird jedoch nicht gleich zum 1. Oktober durchgreifen. Die ersten Strafen werden voraussichtlich erst ab dem 1. Januar 2011 verhängt.

Eine Ausnahmegenehmigung kann erhalten, wer in der Umweltzone (d.h. innerhalb es Mittleren Rings) wohnt oder dort seinen Firmensitz hat. Auch viele Bürger, die außerhalb der Zone wohnen, haben Aussicht auf eine Ausnahme: etwa Handwerker, die wegen eines Auftrags in die Zone fahren müssen, oder Lieferanten von lebenswichtigen Gütern.

Voraussetzung ist aber stets: Die Betroffenen müssen eine Bestätigung darüber vorweisen, dass ihr Fahrzeug nicht mit einem Abgasreinigungssystem nachrüstbar ist. Die Bestätigung gibt es etwa beim Hersteller oder beim TÜV. Die Ausnahmegenehmigung ist auch nicht umsonst: Anwohner der Umweltzone kostet sie 50 Euro im Jahr, für Gewerbetreibende wird es teurer. Mehr Informationen bietet die Stadt unter (089) 233 960 80 und unter www.muenchen.de/umweltzone.

Von der Verschärfung der Umweltzone erhofft sich Münchens Umweltreferent Joachim Lorenz einen Rückgang des verkehrsbedingten Feinstaub-Ausstoßes: An der Landshuter Allee etwa, die von dem ungesunden Staub besonders stark belastet ist, rechnet er mit einem Rückgang um 13 Prozent. Lorenz stellt aber klar: Das wird nicht reichen, um die Vorgaben der EU bis Mitte 2011 einzuhalten - diese Frist war der Stadt München von Brüssel gesetzt worden.

Noch mehr Probleme hat die Stadt mit den neuen Regeln für Stickstoffdioxid (NO2). Ein von der EU festgesetzter Stundenmittelwert darf pro Jahr nur 18 Mal überschritten wurden. An der Landshuter Allee wurde heuer aber bereits 180 Mal ein höherer NO2-Wert gemessen. Offen ist, ob und wann die EU deshalb Strafen verhängt. Davon wären allerdings viele Städte in Europa betroffen.

Eine weitere Verschärfung der Umweltzone ist frühestens im Oktober 2012 geplant. Dann sollen auch Autos mit gelben Plaketten ausgeschlossen werden. Vorher versucht die Stadt, mit anderen Maßnahmen die Münchner Luft ein wenig reiner zu machen. So sollen ab 2011 schärfere Regeln für Kaminöfen gelten.

Von Johannes Patzig

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