Nur noch eine Fahrbahn pro Richtung braucht die Richard-Strauss-Straße – hier fahren künftig 60 000 Autos weniger pro Tag. So entsteht Platz für Wege und viel Grün. simulation: fkn

Die Ruhe über der Röhr

München - Durch den Tunnel verschwindet die Blechlawine im Untergrund – An der Oberfläche soll es idyllisch werden.

Jahrelang haben die Anwohner der Richard-Strauss-Straße unter den Tunnel-Bauarbeiten gelitten – nun können sie sich auf ihre Belohnung freuen. Bis Ende Oktober 2010 gestaltet das Baureferat die Oberfläche über der Röhre völlig neu – und die frühere Verkehrsader soll zu einem friedlich-grünen Idyll werden.

Etwa 66 000 Autos donnerten bisher täglich über die Richard-Strauss-Straße. Sobald der Tunnel eröffnet ist, werden es nur noch 6 000 sein, schätzt das Baureferat. Der Hauptverkehr des Mittleren Rings, eine Blechlawine mit etwa 96 000 Fahrzeugen pro Tag, donnert dann durch die Röhre. An der Oberfläche wird die Richard-Strauss-Straße deshalb künftig nur noch eine Spur pro Richtung aufweisen. Auf beiden Seiten plant das Baureferat großzügige Rad- und Fußwege und vor allem: viel Grün.

Insgesamt 900 Bäume will die Stadt rund um die Richard-Strauss-Straße pflanzen. Zwei Grünstreifen, die die Fahrbahn flankieren, werden wohl mit Linden verschönert. Am Böhmerwaldplatz, soll ein dicht bepflanzter Lindenhain entstehen, der bis an die Richard-Strauss-Straße heranreicht.

Auch am Leuchtenbergring wird es zwischen Einstein- und Prinzregentenstraße bald deutlich ruhiger zugehen: Glaubt man den Prognosen, so wird der Verkehr hier um zwei Drittel zurückgehen – nur noch 25 000 Autos täglich wären dann hier zu verzeichnen. Die Stadt reduziert deshalb die Anzahl der Fahrspuren auf zwei Streifen pro Richtung. Den neu gewonnen Platz wollen die Planer auch hier für Rad- und Gehwege und Bäume nutzen.

Schon seit Mai arbeiten das Baureferat an der Wiederherstellung mehrerer Straßen im Baugebiet – etwa der Einstein- der Effner- und der Bülowstraße. Sobald der Tunnel eröffnet ist sollen auch die Arbeiten an der Richard-Strauss-Straße auf Hochtouren beginnen. Bis Oktober 2010 soll die Oberfläche auf ganzer Strecke wieder hergestellt sein – bis auf den Effnerplatz. Hier komme es drauf an, wann die geplante neue Tram nach St. Emmeram realisiert werde, hieß es.

Noch spannender wird wohl die Entwicklung am Vogelweideplatz: Hier ist durch die Änderung der Straßenführung Platz für große Pläne entstanden. Ein Ensemble mit fünf Hochhäusern soll hier emporwachsen – ein Stadttor für den Münchner Osten (wir berichteten). Bis die in den Himmel ragen, kann es aber noch ein paar Jahre dauern.

Johannes Patzig

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