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Etwa 5000 Menschen nahmen zu Beginn der Demonstrationen teil.

Tausende demonstrieren friedlich gegen Siko

München - Weitgehend friedlich haben am Samstag in München mehrere Tausend Menschen gegen die 45. Sicherheitskonferenz demonstriert. “Es ist schon sehr ruhig“, sagte ein Polizeisprecher. Bis zum Nachmittag wurden zwei Demonstranten vorübergehend festgenommen.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 3500 Konferenz-Gegner an dem Protestmarsch durch die Münchner Innenstadt zum Odeonsplatz, die Veranstalter sprachen von rund 5000 Teilnehmern.

Demonstration gegen SiKo

Viele der meist jugendlichen Demonstranten hatten Transparente dabei. “NATO Mordallianz“, “Kampf dem Kapital“ oder “Lieber Pirat als Soldat“ war unter anderem darauf zu lesen. Einige Demonstranten hatten eine große Rakete aus Pappe gebastelt, auf der “NATO- Abwrackprämie“ stand. Bei der Auftaktveranstaltung hatten die Konferenzgegner eine symbolische “Abrüstungsbörse“ aus Pappkartons eingerichtet. “Im Bayerischen Hof hocken die Rüstungsmanager“, rief ein Redner unter dem Jubel der Zuhörer, “aber um die Abrüstung müssen wir uns selber kümmern.“

Fotostrecke: Vorbereitung auf die Siko

Die Siko in München

Auch die Veranstalter des “Aktionsbündnisses gegen die NATO- Sicherheitskonferenz“ schätzten die Demonstration zunächst als ruhig ein. “Uns sind keine größeren Zwischenfälle aufgefallen“, sagte Bündnis-Sprecher Hagen Pfaff am Rande der Zwischenkundgebung am Sendlinger Tor. Dass die Wahl des neuen US-Präsidenten die Kritiker besänftigt haben könnte, bezweifelt Pfaff jedoch: “Die US- Administration war nie unser primäres Feindbild, sondern die NATO und der Bundeswehr-Militarismus an sich.“ Zudem habe Barack Obama angekündigt, die Militärpräsenz in Afghanistan zu verstärken. “Insofern gibt es da eine Kontinuität“, sagte Pfaff.

Sicherheitskonferenz: USA wollen neuen Ton anschlagen

 

150 Menschen demonstrieren am Freitag

 

 

Das Gelände um das Hotel Bayerischer Hof, in dem die Sicherheitskonferenz stattfindet, war wie jedes Jahr weiträumig abgesperrt. Während der dreitägigen Konferenz sind nach Angaben der Behörden rund 3700 Polizisten im Einsatz. Im Vorfeld der Großkundgebung rechnete die Polizei mit 400 gewaltbereiten Anhängern der autonomen Szene, die sich unter die Demonstranten mischen könnten. Bereits am Freitagabend hatten rund 150 Konferenz-Gegner auf dem Marienplatz demonstriert, es gab aber keine Zwischenfälle.


dpa

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