Verzögerung könnte 400 Millionen Euro kosten

Zweite Stammstrecke nicht vor 2022

München – Mitten in die Chaoswoche bei der Münchner S-Bahn erreicht die Pendler eine weitere schlechte Nachricht: Entlastung durch einen zweiten Stammstreckentunnel wird es so schnell nicht geben.

Inzwischen geht selbst die Staatsregierung davon aus, dass es frühestens ab 2022 Entlastung durch eine zweite Stammstrecke geben könnte. Schlimmer noch: Die Verschiebung der Fertigstellung um zwei weitere Jahre gefährdet das Projekt insgesamt.

Der neue Verkehrsminister Joachim Herrmann erklärte gestern, er wolle nach der Beendigung der Planfeststellung wohl im kommenden Jahr eine neue Kostenschätzung vornehmen. Der Baubeginn sei frühestens 2015 realistisch, eine Fertigstellung sieben Jahre später. Bislang hatte die Staatsregierung 2020 für die Eröffnung genannt.

Pikant: Intern hatte die Bahn bereits im Frühjahr das Jahr 2022 vorhergesagt. Damals hieß es, die zweijährige Verzögerung werde die Kosten des Projekts von 2,047 Milliarden Euro um weitere 400 Millionen steigern. Das Gutachten wurde daraufhin zurückgezogen.

Aktuell will das Innenministerium keine Zahlen mehr über den Kostenrahmen nennen. Sollten die Ausgaben steigen, wackelt die Förderung durch den Bund – und damit der gesamte Finanzplan. Gefahr droht zudem vom Bundesrechnungshof: Die Prüfung der Stammstrecke, die im September abgeschlossen sein sollte, läuft noch.

Der Ärger für die Pendler geht unterdessen weiter: Ein technischer Defekt auf der Stammstrecke legte gestern den Verkehr über Stunden lahm. Die Linien S1 vom Ostbahnhof nach Freising/Flughafen und S6 von Tutzing nach Zorneding konnten nicht durch den Stammstrecken-tunnel unter der Innenstadt fahren. Erst am Nachmittag lief der Verkehr wieder regulär. Die Zusatzzüge für den Zehn-Minuten-Takt von S2, S3 und S8 entfielen aber weiterhin.

Bei Bauarbeiten am Bahnhof Marienplatz war ein Kabel für die Linienzugbeeinflussung durchtrennt worden. Damit konnten die S-Bahnen nicht mehr in der gewohnten Taktfolge durch den Tunnel fahren. Im Laufe des Donnerstags sollte Ersatz beschafft und in der Nacht eingebaut werden – so dass am Freitagmorgen der S-Bahn-Verkehr dem Sprecher zufolge hoffentlich wieder regulär läuft.  mik/tom/dw

" kommentar, bayern

Rubriklistenbild: © Götzfried Markus

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