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Hatten am Dienstag alle Hände voll zu tun: Die Bahnarbeiter brachten die defekte Weiche wieder in Schwung.

Nach Weichenpanne am Dienstagmorgen

Kommentar zum Bahn-Chaos: Versagen der Planer

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Einmal mehr hält Chaos Einzug in den öffentlichen Verkehr in München. Diesmal ist eine Weiche der Auslöser - für Merkur-Redakteur Peter T. Schmidt wenig überraschend. Ein Kommentar.

München - Die folgenschwere Weichenpanne an der Hackerbrücke zeigt - wieder einmal - ganz deutlich: Der öffentliche Nahverkehr in München hat die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht. Die S-Bahn wurde einst für 340.000 Fahrgäste am Tag konzipiert, heute befördert sie fast 850.000. Der U-Bahn geht es nicht besser: Allein seit 1980 haben sich die Fahrgastzahlen verdreifacht.

Das Problem: Die Verkehrssysteme haben mit dem rasanten Wachstum nicht Schritt gehalten. Anlagen sind teils veraltet und entsprechend störanfällig, Wartungsintervalle wurden der wachsenden Belastung nicht angepasst. Vor allem aber offenbart sich jetzt ein planerisches Versagen auf breiter Linie. Dass München wächst, wissen wir nicht erst seit gestern.

Alle Informationen zum S-Bahn-Chaos im Ticker

Doch wertvolle Jahre gingen ins Land, in denen man zuerst vom Transrapid träumte und sich dann in oft kleinkarierten Grabenkämpfen um die Frage verlor, ob der S-Bahn besser mit einem zweiten Tunnel oder einem Südring geholfen sei. Geschehen ist - auch bei der U-Bahn - viel zu lange nichts. Inzwischen scheint die Politik aufgewacht zu sein. Doch was jetzt beschlossen wird, fährt erst in Jahrzehnten. Der Gedanke, dass bis dahin nochmals 200.000 Menschen mehr in München mobil sein wollen, macht Angst.

Findet das Verkehrssystem des MVV veraltet: Merkur-Redakteur Peter T. Schmidt.

Peter T. Schmidt

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