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S-Bahn-Verspätungen nerven auch Abgeordnete

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Die S-Bahn war im Oktober besonders unpünktlich. dpa
Die S-Bahn war im Oktober besonders unpünktlich. dpa

München – Die Verspätungsserie bei der Münchner S-Bahn hat jetzt auch den Bayerischen Landtag alarmiert - und wieder fällt das Stichwort zweite Stammstrecke.

 „Die Bahn muss aufhören, ständig alles auf die fehlende zweite Stammstrecke zu schieben“, mahnte der CSU-Abgeordnete Ottmar Bernhard in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Sein CSU-Kollege Reinhold Bocklet warnte davor, dringende Maßnahmen wie den viergleisigen Ausbau der S4-Strecke Pasing-Eichenau auf die Zeit nach einem Tunnelbau, also auf nach 2022, zu vertagen. „Das ist unerträglich.“ Ausbaumaßnahmen müssten auch ohne Tunnel in Angriff genommen werden. „Wir haben hier draußen schlechte Stimmung“, berichtete der Fürstenfeldbrucker Abgeordnete. Dauernd werde man mit nicht eingehaltenen Versprechungen diverser Minister konfrontiert.

Der DB-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel hatte in der Sitzung einen schweren Stand. Er versuchte zunächst, den schlechten Oktober-Wert – wie berichtet sank die Pünktlichkeit auf einen Negativrekord ab – gerade zu rücken. Der Wert sei „aus dem Zusammenhang“ gerissen worden. Übers ganze Jahr 2013 gesehen sei die Pünktlichkeit besser als 2012. Außerdem könne die S-Bahn an manchen Problemen – etwa den vielen eingleisigen Strecken – nichts ändern. Beim S4-Ausbau machte Josel den Abgeordneten wenig Hoffnung. Der Kosten-Nutzen-Faktor sei entscheidend. Geld vom Bund sei nicht in Sicht.

Aber nicht nur bei der S-Bahn hakt es, sondern auch beim Fugger- und Donau-Isar-Express. Zu geringer Sitzabstand, fehlende Gepäckablagen, dazu Verspätungen und Zugausfälle nerven, berichtete Bernhard Roos (SPD). Er benutzt als Abgeordneter aus Passau den Donau-Isar-Express regelmäßig und ist leidgeprüft. Erst am Mittwoch sei er wieder eine Stunde hängen geblieben – Kompressorprobleme an der Zugmaschine.

Offenbar ist das kein Einzelfall: Bahnchef Josel berichtete in der Sitzung, dass sich beim eingesetzten Triebzug ET 440 der Firma Alstom Getriebeschäden häuften – dabei ist das Fahrzeug relativ neu.

Für den CSU-Abgeordneten Erwin Huber stellt sich mittlerweile die Frage, ob nicht die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Besteller der Fahrzeuge aufs falsche Pferd gesetzt habe. Der ET 440 sei „ein richtiger Reinfall“. Er sei ein Nahverkehrszug und für lange Strecken gar nicht geeignet. Insofern trage auch nicht die Deutsche Bahn die alleinige Schuld an den Problemen, sondern auch der Freistaat selbst, denn die BEG ist eine staatliche Einrichtung. Sie dürfe künftig nicht mehr allein auf den Preis schauen und „nicht einfach nur das preisgünstigste Fahrzeug zur Ausschreibungsbedingung machen“.

Dirk Walter

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