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Miriam K möchte wissen, wer der Spender ist. 

Wer ist ihr biologischer Vater? 

Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit

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Miriam K. kam mithilfe eines Samenspenders zur Welt und möchte wissen, wer ihr leiblicher Vater ist – erfahren wird sie das wohl nicht.

Miriam K. betrat voller Hoffnung den Saal 501 des Münchner Landgerichts. Die 32-Jährige ist auf der Suche nach ihrer genetischen Identität. Ihr Leben hat sie einer künstlichen Befruchtung zu verdanken. Bei ihrer leiblichen Mutter Petra K. und deren damaligem Ehemann Hubert ist die heutige Managerin fürsorglich aufgewachsen. Erst seit zwei Jahren weiß Miriam K., dass ihr biologischer Vater ein anderer ist. Jetzt will sie ihn kennenlernen. Doch dazu wird es wohl nie kommen.

Petra und Hubert K. hatten acht Jahre lang versucht, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen – ohne Erfolg. Erst eine künstliche Befruchtung in der Praxis von Dr. Wolf-Heinrich Bleichrodt in Solln machte das Familienglück 1983 perfekt. Ein Jahr später wurde Miriam K. geboren. „Ich erinnere mich gerne an diesen Tag zurück“, sagt Mutter Petra. „Die Zeit davor war mit Sicherheit schwierig, aber was herausgekommen ist, war schön.“

Nachdem die Eltern ihr Schweigen brachen, ergab für Miriam K. plötzlich alles Sinn

Petra und Hubert K. hatten mit den behandelnden Ärzten eine Stillschweigevereinbarung getroffen. „Das schützte einerseits die Samenspender, die anonym bleiben wollten, und andererseits den zeugungsunfähigen Mann, der es jedenfalls zu dieser Zeit mit einem solchen Problem in der Gesellschaft nicht leicht hatte“, erklärte Dr. Bleichrodt gestern vor Gericht.

Im Jahr 2015 brachen die Eltern ihr Schweigen und erzählten ihrer Tochter, wie sie gezeugt wurde. Für Miriam K. ergab plötzlich alles Sinn. „Helle Haut, blonde Haare – die Ähnlichkeiten mit meiner Mutter sind offensichtlich. Aber mein Papa ist eher ein dunkler Typ.“ Seitdem will Miriam K. wissen, wo ihre biologischen Wurzeln liegen. Sie sagt: „Es ist mein anerkanntes Grundrecht.“

Hubert K. ist nicht der leibliche Vater.

Das sieht auch Dr. Wolf-Heinrich Bleichrodt so. Vor Gericht sagt er zu Miriam K.: „Ich würde Ihnen gerne helfen, dass Sie alles wissen. Aber ich habe diese Informationen nicht. Ihre Mutter war nicht meine Patientin.“ Das Problem: Laut Bleichrodt habe die damalige Befruchtung ein anderer Arzt durchgeführt. Er selbst habe zwar mit dem Einfrieren von Sperma bereits im Jahr 1983 begonnen, die erste Befruchtung selbst aber erst nach der Geburt von Miriam K. durchgeführt. Petra K. habe Bleichrodt nur durch Nachuntersuchungen gekannt. Die entsprechenden Unterlagen hätten sich aber stets bei dem anderen Arzt befunden. Dieser ist bereits verstorben. Zuvor habe er alle Unterlagen über künstliche Befruchtungen – auch mit dem Einverständnis der Eltern – vernichtet.

Bleichrodts Anwalt Jens Goebel bringt es auf den Punkt: „Wir werden in dem Verfahren nicht an das gewünschte Ziel kommen. Mein Mandant war nicht der behandelnde Arzt und hat keine Unterlagen.“ Miriam K. sieht das anders: „Meine Mutter war des Öfteren bei Ihnen in Behandlung. Aus meiner Sicht sind Sie verantwortlich.“ Das Gericht, wünschen sich alle Beteiligten, soll grundsätzlich klären, welche Rechte die Kinder und welche Pflichten die Ärzte haben.

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