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Das Schwabinger Krankenhaus gehört zum Städtischen Klinikum.

Kündigungen gehören zum Sanierungsplan

Städtische Kliniken haben für 600 Mitarbeiter keine Verwendung mehr

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München - 600 Mitarbeiter der Städtischen Kliniken erhalten demnächst die Kündigung. Sie sollen in eine Qualifizierungs-Gesellschaft eingegliedert und für neue Jobs fit gemacht werden – für maximal fünf Jahre. Wer bis dahin nicht vermittelt ist, steht auf der Straße.

Die Sanierung des Städtischen Klinikums München (StKM) ist in vollem Gange. Bis zum Jahr 2022 will die Geschäftsführung den Klinik-Verbund mit seinen großen Häusern Harlaching, Schwabing, Bogenhausen und Neuperlach aus den roten Zahlen geführt haben. Das Konzept sieht eine Reduzierung der Bettenzahl von 3252 auf etwa 2500 vor sowie einen Kahlschlag beim Personal. Bis 2022 geht es um bis zu 1500 Vollzeitjobs, die wegfallen werden. Ein Großteil der Stellen soll durch Fluktuation, Verrentung oder Befristung eingespart werden.

Bei etwa 600 Mitarbeitern wird dies nicht gelingen, für sie hat das StKM keine Verwendung mehr. Die Mitarbeiter sollen deshalb wahlweise eine Abfindung oder den Wechsel in eine Qualifizierungseinheit angeboten bekommen. An diesem Dienstag will der Finanzausschuss des Stadtrats die Schaffung der Qualifizierungs-Gesellschaft beschließen.

Die Kündigung werden überwiegend Beschäftigte aus der Verwaltung erhalten. Wer konkret betroffen ist, soll in den nächsten Wochen festgelegt werden. Der so genannte „weiße Dienst“, dazu zählen Krankenschwestern, Ärzte oder Pflegepersonal, ist nicht von Kündigung bedroht, im Gegenteil werden sogar neue Mitarbeiter in diesen Bereichen gesucht. Im Kommunal-Wahlkampf 2014 hatte die SPD versprochen, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden sollen.

In der neuen Qualifizierungs-Gesellschaft sind die 600 Ex-StKM-Mitarbeiter vorerst weiter in Lohn und Brot. Die mögliche Verweildauer ist gestaffelt und abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Wer länger als sieben Monate beim StKM angestellt war, darf bis zu ein Jahr in der Qualifizierungs-Gesellschaft bleiben. Die Maximaldauer von fünf Jahren ist Mitarbeitern vorbehalten, die 13 Jahre und länger dabei waren. Die Mitarbeiter erhalten im ersten und zweiten Jahr 100 Prozent ihrer bisherigen Vergütung ausbezahlt. Im dritten Jahr wird die Vergütung auf 95 Prozent und im vierten und fünften Jahr auf 90 Prozent abgeschmolzen. Wer nach fünf Jahren keinen neuen Job gefunden hat, rutscht in die Arbeitslosigkeit ab.

Der Stadtrat hofft, möglichst viele Menschen rasch vermitteln zu können – nicht zuletzt wegen der erheblichen Kosten. Je nachdem, wie schnell die Qualifizierungsmaßnahmen fruchten, rechnet das Rathaus mit Ausgaben in einer Größenordnung zwischen 35 und 103 Millionen Euro. Ab 1. Juli soll die Qualifizierungs-Gesellschaft ihre Tätigkeit aufnehmen. Um die Wahrscheinlichkeit einer Vermittlung innerhalb der Stadtverwaltung zu erhöhen, gelten die Mitarbeiter weiterhin als intern.

Die StKM-Qualifizierungs-Gesellschaft wird von der Münchner Arbeit GmbH der Landeshauptstadt unterstützt, die seit 23 Jahren auf die Vermittlung von Beschäftigung sowie auf die Qualifizierung von Mitarbeitern spezialisiert ist. Die Gewerkschaft Verdi ist zufrieden mit der Ausgestaltung der Qualifizierungs-Gesellschaft. „Das geht in die richtige Richtung“, sagt Gewerkschaftssekretär Josef Fehlandt. Das Angebot, in die neue Gesellschaft zu wechseln, wird auch den Mitarbeitern des städtischen Blutspendedienstes unterbreitet. Dieser hatte ebenfalls jahrelang rote Zahlen geschrieben und war deshalb vom Stadtrat an das BRK veräußert worden. Anders als erhofft, wollten die meisten der 90 Mitarbeiter allerdings nicht zum BRK wechseln. Ihnen wird nun ebenfalls der Wechsel in die neue Qualifizierungseinheit angeboten.

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