Jetzt ist die 2. Stammstrecke (violett) beschlossene Sache. Sie hat sich letztlich gegen die Südring-Alternative (blau) durchgesetzt

Kabinett beschließt zweiten S-Bahn-Tunnel

München - Nach jahrelangem Hin und Her soll München einen zweiten S-Bahn-Tunnel und eine schnellere Flughafenanbindung bekommen.

Das Kabinett des Bayerischen Landtags billigte am Dienstag einmütig ein entsprechendes Zukunftskonzept für den Bahnknoten München. „Das Konzept ist schlüssig, ist machbar und ohne tragfähige Alternative“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach der Sitzung und sprach von einem „Jahrhundert-Projekt“. In einem nächsten Schritt soll nun die Finanzierung mit Bund und der Deutschen Bahn (DB) als Betreiberin der S-Bahn geklärt werden.

Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) bezifferte die Gesamtkosten des neuen Tunnels und der Flughafenanbindung ins Erdinger Moos mit 2,9 bis 3,4 Milliarden Euro. Zu dem Bahn-Konzept gehört ein Flughafen-Express zur Münchner Innenstadt über den sogenannten Ostkorridor. Dadurch soll die Fahrzeit zwischen Flughafen und Münchner Innenstadt auf 20 Minuten nahezu halbiert werden. Und auch im überregionalen Verkehr soll der Münchner Airport künftig schneller erreichbar sein. Seehofer sprach mit Blick auf das neue Konzept von der „einmaligen Chance“, gleichzeitig die dringend notwendige bessere Flughafenanbindung,

Verbesserungen im Münchner S-Bahn-Verkehr sowie eine bessere Anbindung Nordost-Bayerns, Schwabens und Südost-Bayerns an den Münchner Flughafen zu erreichen. „Die Zeit der Diskussionen, des Ringens um die beste Lösung, geht mit dem heutigen Tag zu Ende“, sagte Seehofer. Eine bessere Anbindung des Flughafens sorgt in Bayern seit vielen Jahren für heftige Diskussionen. Lange Zeit war eine Verbindung mit der Magnetschwebebahn Transrapid vorgesehen gewesen.

Diese Pläne wurden allerdings im Jahr 2008 wegen explodierender Kosten beerdigt. Am Mittwoch beschäftigt sich auch der Münchner Stadtrat mit der zweiten S-Bahnstammstrecke. Nach jahrelangem Hickhack – unter anderem kämpften etliche Stadträte für einen alternativen Südring, scheint sich aber auch hier eine breite Mehrheit abzuzeichnen. Die Stadt München hat in der Frage ohnehin „nur“ eine beratende Funktion. Zu entscheiden hat(te) der Freistaat. Ziel ist es nun, die zweite Stammstrecke bis zum Jahr 2018 zu realisieren und für den Fall des Olympia-Zuschlags die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Die Spiele werden im Juli 2011 vergeben.

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