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Bevor die Angst seine Seele aufgegessen hat, will die Schauburg ihn verpflichten: Künstler Pouya.

Rolle in „Angst essen Seele auf“

Schauburg will Pouya aus Afghanistan retten

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Womöglich kann Pouya bald wieder aus Afghanistan raus: Die Münchner Schauburg will den Künstler unter Vertrag nehmen. 

München - Neue Hoffnung für Ahmad Shakib Pouya: Dem Künstler, der nach Afghanistan abgeschoben wurde, hat die Schauburg einen Job angeboten. Im Fassbinder-Stück „Angst essen Seele auf“ soll er die Hauptrolle des Ali spielen. Das Kinder- und Jugendtheater hat die Neuproduktion spontan ins Programm gehoben, wie Dramaturgin Dagmar Schmidt sagt. Damit wolle man ein Zeichen setzen gegen eine Abschiebe-Politik, „die die Integrationsabsichten von Flüchtlingen und Helfern mit Füßen tritt“.

Die Proben sollen am 15. März beginnen, Premiere ist am 22. April. Pouyas Projektvertrag läuft bis vorerst 15. Mai. Nicola Steller vom Verein „Zuflucht Kultur“ ist zuversichtlich: Mit dem klaren Angebot könne er ein Künstlervisum beantragen, das viel leichter zu bekommen sei als ein Arbeitsvisum, weil es mit einer „Rückreise-Erwartung“ verbunden ist: Es gilt nur, solange der Künstler im Projekt gebunden ist. Steller hofft zudem, Bleibeperspektiven für ihn erwirken zu können, sobald er hier in Sicherheit ist.

Pouya wurden bereits zwei andere Stellen angeboten: bei der Flüchtlingsberatung der IG Metall in Frankfurt und am Gärtnerplatztheater. Doch beide Jobs waren noch nicht so konkret formuliert.

Als Schauburg-Intendant George Podt über Pouya in der Zeitung las, beschloss er, das Stück neu zu inszenieren – mit Pouya als Marokkaner Ali, der sich in die ältere Putzfrau Emmi (Ilona Grandke) verliebt. Schmidt hofft, dass er den Jugendlichen als Vorbild dient: „Er zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen.“

Pouya soll auch die Musik komponieren. „Ich will das Angebot sehr gerne annehmen“, sagte er gestern unserer Zeitung. Ihm gehe es nicht gut, „weil ich mich die ganze Zeit verstecken muss“. Er habe Freunde in Kabul, „aber aus Sicherheitsgründen kann ich nicht allen vertrauen“. Pouya floh vor sechs Jahren. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er war nur geduldet, durfte nicht arbeiten. Der Zahnarzt und Musiker kritisiert in Liedern die Taliban. Am 20. Januar wurde er abgeschoben, doch in Afghanistan droht ihm Lebensgefahr. „Ich muss ständig meine Adresse wechseln, weil es nirgendwo sicher ist“, sagt er. Telefonieren kann er kaum, damit ihn kein Taliban beim Deutschsprechen erwischt. Angst essen Seele auf, auch bei Pouya.

Doch heute hat er einen Termin bei der deutschen Botschaft – es soll um sein Visum gehen.

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