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Mia san mia: München unterscheidet sich tatsächlich von anderen Städten.

Ethnologie-Professor klärt auf

Schickimicki, Mia san mia: Typisch München? Klischees im Check

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München muss mit vielen Vorurteilen kämpfen. Welche wirklich stimmen und welche nicht, dass erfahren Sie hier. Die tz hat die gängigsten Vorurteile über die Münchner unter die Lupe genommen

Laptop und Lederhosn: Der Münchner ist modern und traditionell zugleich? „Das stimmt“, sagt Prof. Dr. Johannes Moser vom Institut für Volkskunde und Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Auf der einen Seite trumpft München mit seinen Unis und Unternehmen wie BMW und Siemens auf. „Auf der anderen Seite beobachten wir einen starken Rückbezug auf das vermeintlich Traditionelle.“ Das hat sich in den vergangenen Jahren sogar verstärkt. „Vor 30 Jahren etwa ist keiner in Tracht auf die Wiesn gegangen.“ Ein Grund liegt in der Globalisierung: „Die Menschen wollen sich bei allem Fortschritt wieder lokal mehr verankern.“ 

Mia san mia: Münchner sein ist ein Gefühl: „Das unterscheidet die Landeshauptstadt tatsächlich von anderen“, sagt Moser. Zwar gebe es Probleme wie in anderen Städten auch. „Doch das Lebensgefühl ist deutlich positiver.“ Grund: München biete nicht nur eine einzigartige Bildungs- und Kulturlandschaft, sondern auch gemütliche Biergärten und viele Grünflächen. „So entsteht das typische Zugehörigkeitsgefühl: Die Menschen sind stolz darauf, Münchner zu sein.“ 

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München ist Schickimicki: Ja und nein. „München ist eine reiche Stadt. Hier gibt es eine große Dichte gutverdienender Menschen – viele sind gut angezogen, fahren teure Autos“, beobachtet Moser. Als großkopfert oder versnobt bezeichnet er die Münchner aber nicht. Zwar würden sie ihren Reichtum nicht verstecken, aber es zeige sich auch ein großes karitatives Engagement und soziales Bewusstsein.

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