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Viel zu klein, um ohne Mutter auszukommen: Einer der Labrador-Welpen, die die Polizei ins Tierheim brachte.

Schlag gegen Schwarzhändler

Kripo befreit Hundebabys aus Händen von Tierhändlern

München - Sie sind Opfer skrupelloser Tierhändler, die einen florierenden Schwarzmarkt bedienen: Vier Rassehundewelpen, die seit Freitag in der Quarantänestation des Münchner Tierheims gepflegt werden.

Sechs Wochen alt sind die Tiere - eigentlich viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden, berichtet Tierheim-Mitarbeiterin Judith Brettmeister. „Sie lernen kein normales Sozialverhalten, und sie werden öfter krank, weil ihnen die Muttermilch fehlt, die wichtig für das Immunsystem ist.“

Fahnder der Kripo Erding haben die männlichen Welpen - eine französische Bulldogge, ein Vizsla und zwei Labrador - einem Schwarzhändler abgenommen. Nähere Angaben konnte die Polizei am Dienstag nicht machen. Das Tierheim geht davon aus, dass die Hunde aus Holland oder Ungarn stammen.

Vor allem die Bulldogge und der Vizsla, eine ungarische Jagdhundeart, seien absolute Modehunde, berichtet Brettschneider. Schwarzhändler böten solche Welpen für 300 Euro an - ein Drittel des bei seriösen Züchtern üblichen Preises. Die Haltungsbedingungen seien katastrophal: „Die Mütter werden als Wurfmaschinen gehalten und getötet, wenn sie ausgezehrt sind.“

Hundewelpen können laut Brettschneider erst mit zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden. Danach sind weitere drei Wochen Quarantäne fällig. Bis Ende September müssen die vier kleinen Hunde also noch in Quarantäne ausharren, bevor sie vermittelt werden können.

Um zu verhindern, dass die kriminellen Schwarzhändler sich die Hunde dann zurückholen und erneut auf dem Schwarzmarkt anbieten, gibt das Tierheim solche Welpen „verhältnismäßig teuer ab“, so Brettmeister. Der Preis von rund 350 Euro stelle sicher, dass skrupellosen Geschäftemachern die Basis entzogen werde.

Peter T. Schmidt

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