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Scheinbar zum Greifen nahe: Nur eine Glasscheibe trennt den Besucher von den Giraffen.

Schmerzensgeld gefordert

Frau holt sich blutige Nase am Giraffenhaus - und verklagt Tierpark Hellabrunn

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Eine Besucherin hat sich an einer Glasscheibe im Giraffengehege des Tierparks den Kopf gestoßen – und dann den Tierpark verklagt. 

München - Manchmal kommt man den Tieren in Hellabrunn so nahe, dass man denken könnte, man müsse nur die Hand ausstrecken, um sie zu berühren. Die neuen Gehege sind luftig gestaltet, und der Besucher kommt den Tieren noch viel näher als früher. Doch natürlich steht die Sicherheit für Mensch und Tier im Tierpark noch immer an erster Stelle – weshalb dann doch noch ein Zaun oder eine Glasscheibe dazwischen sind. Genau letztere hat bei einer Tierparkbesucherin nun für eine Prellung im Gesicht – und mächtig Ärger – gesorgt.

Geprelltes Nasenbein, Nasenbluten, Kopfschmerzen

Die Frau hatte die Giraffen in der relativ neuen Giraffen-Savanne bewundert und war dabei mit dem Gesicht gegen die Panzerglasscheibe gestoßen, welche die Besucher von den Tieren trennt. Sie prellte sich das Nasenbein, bekam Nasenbluten und Kopfschmerzen. Ein Tierparksanitäter versorgte die Verletzte. Drei Tage war die Frau anschließend krankgeschrieben. Für die Frau stand eindeutig fest: Der Tierpark hat Schuld an ihrem Unfall. Die Sonne habe auf die Panzerglasscheibe geschienen, es habe Spiegelungen gegeben und daher sei es für sie unmöglich gewesen, die Glasscheibe zu sehen. Der Park hätte mit Warnschildern darauf hinweisen müssen, dass Gehege und Besucherbereich durch eine Glasscheibe getrennt seien.

Der Tierpark sah das anders: Man habe durch die Glasscheibe, die von mehreren Stahlsäulen gehalten wird, die Verkehrssicherungspflicht erfüllt. Besucher könnten nicht ernsthaft erwarten, dass es keine solche Abgrenzung zu den Tieren gebe. Auch der Boden im Besucherbereich unterscheide sich sichtbar von dem im Gehege, weil dort Heu und Stroh an der Seite aufgeschichtet seien. Im Eingangsbereich fordere zudem ein Verbotsschild die Besucher dazu auf, nicht gegen die Scheibe zu klopfen.

Besucherin wollte 500 Euro Schmerzensgeld

Der Frau genügten die Erklärungen nicht. 500 Euro Schmerzensgeld forderte sie vom Tierpark, dazu 25 Euro Schadensregulierungsaufwand und die Kosten für die Eintrittskarte. Als es zu keiner Einigung kam, zog die Frau vors Amtsgericht. Die Richterin sah keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch den Tierpark. Und die Glasscheibe sei hinreichend gut erkennbar, nicht zuletzt wegen der Stahlträger. Einen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gebe es daher nicht.

Für den Tierpark war es die erste derartige Klage einer Besucherin vor Gericht. „Etwas Ähnliches ist zum Glück noch nie vorgekommen“, sagte eine Sprecherin. Im schlimmsten Fall habe man es mit absurden Beschwerden zu tun gehabt, etwa weil eine Ziege im Streichelgehege zu aufdringlich geworden war oder ein Besucher keine Tiere gesehen habe – oder diese alle geschlafen hätten.

Lesen Sie auch: Besucherumfrage: Bestnoten für den Tierpark - ein großer Kritikpunkt aber bleibt

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