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Marian R. zeigt ein Bild seiner im Jahr 2014 verstorbenen Mutter Elfriede. Die damals 87-jährige Rentnerin starb an den Folgen eines Herzinfarkts.

Wegen Lappalie in Klinik eingeliefert

Sohn klagt nach Tod der Mutter an: „Mama hätte nicht sterben müssen“

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Wegen einer Hautkrankheit war Elfriede R. ins städtische Klinikum gekommen. Zwei Monate später starb die 87-Jährige an den Folgen eines Herzinfarkts, den sie dort erlitten hatte. Ihr Sohn zieht nun vor Gericht.

München - Vor dreieinhalb Jahren hat Marian R. seine Mutter Elfriede (87) beerdigt. Ihren Tod hat er verarbeitet, doch die Umstände will der 59-Jährige bis heute nicht akzeptieren. Vor dem Landgericht kommt es heute zum Zivilprozess. Marian R. klagt als Sohn der im Mai an den Folgen eines Herzinfarkts Verstorbenen gegen das Städtische Klinikum. 100 000 Euro hat sein Anwalt als Entschädigung veranschlagt. Doch Marian R. geht es nicht um das Geld, er will Gerechtigkeit.

Einen Tag vor der Verhandlung trifft ihn unsere Zeitung zum Gespräch in seiner Wohnung in Solln. Marian R. zeigt ein Foto seiner Mutter. „Sie hätte nicht sterben müssen“, sagt er. „Die Ärzte haben einen Fehler gemacht, für den sie geradestehen müssen.“ Doch diesen Fehler vor Gericht zu beweisen, wird schwierig. Das weiß auch Marian R. „Mein Anwalt hat mir schon zu verstehen gegeben, dass es kompliziert ist, aber ich habe diese Sache angefangen und ich werde sie auch zu Ende bringen.“ R. meint, jeder könne Fehler machen, dann müsse man sich diese aber auch eingestehen.

Der Kaufmann spricht einen Vorfall im Februar 2014 in der Städtischen Klinik für Dermatologie in der Thalkirchner Straße an. Am 25. Februar wird Elfriede R. dort eingeliefert – wegen einer harmlosen Hauterkrankung, dachte Sohn Marian. „Meine Mutter hatte mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, eigentlich nichts Schlimmes.“

Ärzte umgehen Betreuungsvollmacht - ihr Zustand verschlechtert sich

Einen Tag später verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Mutter dramatisch. Als Marian R. seine Mutter besucht, ist die Seniorin nicht mehr ansprechbar. In dem Krankenzimmer findet der Sohn eine von seiner Mutter unterschriebene Einverständniserklärung zu einer Hautbiopsie. Dabei werden Gewebeproben entnommen und auf mögliche Krankheiten durchsucht. Doch Marian R. kritisiert: „Ich hatte eine Betreuungsvollmacht über meine Mutter. Ohne mein Einverständnis hätten die Ärzte gar nichts machen dürfen.“ R. vermutet, die Ärzte haben Elfriede R. am Abend zuvor das Papier vorgelegt und sie zur Unterschrift gedrängt. „Meine Mutter hat sich vermutlich sehr darüber aufgeregt und ihr Herz hat das nicht überstanden.“

Wegen ihres kritischen Zustands wird Elfriede R. am 27. Februar in die Innere Medizin verlegt. Im Protokoll der Hautklinik lautet der Verlegungsgrund: Nierenschwäche. Doch die Ärzte der Inneren Medizin diagnostizieren einen Herzinfarkt, der bereits zum Organversagen zu führen droht. Laut Marian R. besagt ein ärztliches Gutachten, dass die Notklingeln in der Hautklinik nicht funktionierten. Außerdem seien wichtige Blutdruckmedikamente abgesetzt worden. Er sagt: „Die Ärzte der Hautklinik hätten erkennen müssen, dass meine Mutter einen Herzinfarkt hatte.“ Elfriedes Zustand bleibt in den darauffolgenden Wochen unverändert schlecht. Am 13. März wird sie in ein Pullacher Altersheim verlegt.

Zwei Monate später, einen Tag vor ihrem 88. Geburtstag, stirbt Elfriede R. in ihrer Wohnung. Ihr Sohn Marian hatte sie wegen angeblich schlechter Zustände im Heim nach Hause geholt. „Endlich wieder daheim“, sagte sie noch erleichtert. Noch am selben Abend schloss sie für immer ihre Augen.

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