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Zu warm: Die Schneekanonen haben noch nichts zu tun.

Event weiter in der Kritik

Ski-Weltcup am Olyberg: Wann darf es schneien?

München - Die Ausrichtung des Ski-Weltcuprennens am 1. Januar wird zur Zitterpartie. Für eine künstliche Beschneiung am Olympiaberg war es bisher zu warm. Trotz allem hat der Aufsichtsrat der Olympiapark München GmbH inzwischen zugestimmt, das Event auch in den nächsten fünf Jahren zu veranstalten.

Ein Blick auf die Web-Cams der meisten Skigebiete genügt derzeit: Schnee sucht man außerhalb der Hochlagen vergebens. In den Alpen mussten bereits Ski-Weltcuprennen verlegt oder abgesagt werden. Schwer vorstellbar, dass am Neujahrstag ausgerechnet in der Großstadt München ein Skirennen mit Felix Neureuther und Co. stattfinden soll. Die fünf Schneekanonen am Olympiaberg standen bislang jedenfalls still. Die Temperaturen waren nach Auskunft der Olympiapark München GmbH zu hoch für eine künstliche Beschneiung. Im Zielraum der geplanten Piste – unterhalb des grasgrünen Hügels am ausgelassenen Olympiaparksee – sieht man zwar einen kleinen Schneehaufen. Allerdings hat sich da wohl jemand in einer Nacht- und Nebel-Aktion einen Scherz erlaubt. Arno Hartung, Chef der Olympiapark München GmbH, gesteht: „Wir stehen noch bei Null.“

Vermutlich kennen Hartung und Frank Seipp, Organisationschef des Rennens, mittlerweile jede Wetterprognose auswendig. Verlässlich sei das aber alles nicht. „Es gibt keine stabile Vorhersage“, erklärt Seipp. Im Hinblick auf eine mögliche Absage versichert er indes: „Es besteht noch kein Grund, nervös zu werden.“ Als Organisationschef für das Skispektakel muss er Zuversicht ausstrahlen. Die Faktenlage aber ist bedrückend. Richtig kalt soll es bis Weihnachten nicht werden. Hartung räumt ein: „Wir brauchen sechs Tage, um ausreichend Schnee produzieren zu können.“ Ganz so gelassen wie Seipp ist der Olympiapark-Chef nicht: „Ich sehe die Wettervorhersage mit Besorgnis.“

Sollte der Winter auf sich warten lassen, wollen die Organisatoren des Weltcuprennens auf ein Schneedepot in einem Seitental nahe Reit im Winkl zurückgreifen. Die Olympiapark GmbH hat sich dort eine Fläche reservieren lassen. Allerdings läuft in Reit im Winkl die maschinelle Schneeerzeugung auch erst seit einigen Tagen. Laut Hartung sollen mindestens 70 bis 80 Prozent der für die Präparation der 217 Meter langen Piste benötigten Schneemenge direkt am Olympiaberg produziert werden. „Wir werden keine Harakiri-Aktion starten, um das Rennen zu sichern“, sagt Hartung. Es sei nicht zu verantworten, mit Lastwagen tonnenweise Schnee herzufahren. Seipp ergänzt: „Das ist auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit.“

Kritik an dem Großstadt-Event gibt es oft. 2012 und 2014 musste der Parallelslalom aufgrund Schneemangels abgesagt werden, 2011 und 2013 konnte er stattfinden. Der Bezirksausschuss Milbertshofen hat sich am Mittwoch mehrheitlich gegen das Spektakel ausgesprochen. Der Aufwand zur Organisation des Weltcuprennens sei unökologisch, hieß es. Jutta Koller (Grüne) sagte: „Ich war immer eine leidenschaftliche Verfechterin des Events, aber den Schnee in die Stadt reinfahren zu lassen, weil hier keiner liegt, geht einfach nicht mehr.“

Frank Seipp erklärt, es sei natürlich unstrittig, dass Energie verbraucht werde, schiebt aber die philosophische Frage hinterher: „Wo fängt eine Umweltsünde an, und wo hört sie auf?“ Arno Hartung betont: „Der Wert des Ski-Weltcups ist für den Olympiapark zu groß, als dass wir sagen könnten: Wir machen das aus grundsätzlichen Erwägungen nicht mehr.“ Das mediale Interesse sei riesig. Überdies werden zu dem Neujahrsrennen knapp 20 000 Zuschauer erwartet. Der Vorverkauf läuft nach Bekunden der Olympiapark GmbH trotz der unklaren Wetterlage gut. Am heutigen Freitag wird mit dem Aufbau der Tribüne begonnen, die ein Fassungsvermögen von 5500 Sitzplätzen haben soll. Die Tribüne wird erstmals installiert, um eine Stadion-Atmosphäre zu erzeugen. Das Neujahrsrennen 2013 wurde übrigens erst am 28. Dezember 2012 offiziell bestätigt. Sollte das Rennen erneut abgesagt werden müssen, „dann nehmen wir es sportlich“, erklärt Frank Seipp.

Von Klaus Vick

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