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Die Schnurbäume vom Marienhof leben jetzt in Allach

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München - Die 35 Gewächse mussten den Arbeiten für die zweite Stammstrecke weichen und erholen sich in einer Baumschule.

Da stehen sie. Irgendwo in Allach, umgeben von weiten Feldern und grasenden Pferden, nach einem Fußmarsch durch matschige Wege. Dort, auf einer kleinen Wiese einer Baumschule an der Müllerstadelstraße, recken die 35 japanischen Schnurbäume vom Marienhof ihre noch kleinen Kronen in die Höhe.

Welch einen Aufruhr hatte es um diese Bäume gegeben: Knapp 25 Jahre zierten sie den Marienhof hinter dem Rathaus. Im Juli vergangenen Jahres mussten sie weichen, damit die Archäologen dort graben und alles für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke vorbereiten konnten. Die Grünen protestierten, Münchner beklagten sich. Weil nach dem Umzug niemand mehr die Bäume zu Gesicht bekam, gab es Gerüchte, sie seien längst dahin.

Von wegen: Die Japaner treiben schon wieder aus, legen jährlich etwa einen Meter zu. Um die Bäume herum haben die Gärtner einen Graben mit Pflanzensubstrat gefüllt, um das Wurzelwachstum zu beschleunigen. Einhundert Jahre alt kann so ein Schnurbaum werden. „Die haben also noch einiges vor sich“, sagt Ulrich Schneider, Leiter der Abteilung Gartenbau im Baureferat. Trotzdem wird es noch rund fünf Jahre dauern, bis die Bäume wieder ähnlich prächtig wie auf dem Marienhof sind. Denn für den Transport in die Baumschule mussten sie stark gestutzt werden, um nicht an Gebäuden oder Oberleitungen hängenzubleiben. Dieser Verlust muss wieder nachwachsen.

Was dann mit den Bäumen passiert, steht noch nicht fest. „Sie bleiben definitiv nicht in der Baumschule“, verspricht Schneider. Vielmehr sollen sie dort gepflanzt werden, wo es sich anbietet. Das dauert ja sowieso noch mindestens fünf Jahre.

Aber auch ohne Schnurbäume soll der Marienhof wieder schöner werden: Für Anfang 2013 ist die Begrünung geplant. Wie die genau aussehen wird, steht noch nicht fest. Sollte die Finanzierung der zweiten S-Bahn-Röhre bald stehen, gibt es wohl nur einen Rasen und ein paar Büsche. Aber das scheint eher unwahrscheinlich. Und deshalb könnten vielleicht sogar Bäume geplanzt werden – wenn auch keine japanischen.  mon

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