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Feuerwehrler bekämpfen den Karfreitags-Brand.

Auch am Ostermontag loderten Flammen

„Völlig irre“: Feuerteufel schlägt schon wieder zu - Anwohner in Sorge

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Es hört nicht auf, es hört einfach nicht auf! Waldbrand-Alarm – das war die Meldung am späten Montagnachmittag aus Unterhaching.

Unterhaching - Zunächst gab es Entwarnung von Seiten der Feuerwehr, aber die Alarmglocken schrillen! Ist es der nächste Brand in jender Serie, der den Münchner Südosten schockt? Hat hier der Feuerteufel wieder zugeschlagen, der nun wohl bereits für fast 20 Brände verantwortlich ist?

Schon am Karfreitag hatten die Flammen gelodert, danach hatte sich die tz auf Spurensuche begeben … Da jagte der Wind den Gestank des Feuers über die Felder. Im Wald selbst zeugen pechschwarze Baumstümpfe von den Flammen, die binnen weniger Minuten zwei Jungwälder niedergebrannt haben: einen in Keferloh und einen in Hohenbrunn (Landkreis München).

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Die Polizei hat nach wie vor keine Spur. Wer ist der Feuerteufel, der da am Karfreitag 4000 Quadratmeter Natur niedergebrannt hat?

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Fakt ist seit über einem Jahr: Immer wieder brennt es im oder am Wald, und immer liegen die Brandherde im Südosten der Stadt. Der Verdacht der Brandstiftung drängt sich deshalb auf. Allein im vergangenen Jahr reden wir von insgesamt 13 Feuern im Münchner Umland und insgesamt von einem fünfstelligen Sachschaden.

tz-Reporterin Sarah Brenner war vor Ort.

Und Fakt ist auch: Die Menschen in der Gegend machen sich Sorgen – das haben wir bei unserer Spurensuche vor Ort festgestellt.

Waldperlach

Hubschrauber, Löschfahrzeuge und scharenweise Polizisten haben die Waldperlacher am Sonntag vor einer Woche in Atem gehalten. Markus Reif (44) war gerade auf dem Sportplatz, als die Sirenen heulten. Er erinnert sich: „In dem Moment habe ich gedacht: Bitte nicht schon wieder!“ Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Unbekannter an jener Stelle ein Feuer gelegt. „Was geht in so einem Kopf bloß vor?“, rätselt der 44-Jährige, den wir im Wald auf seiner Laufrunde treffen. Und: „So ein Verhalten ist doch völlig irre.“ Irre findet der Beamte auch, dass er selbst schon im Verdacht stand, das Feuer gelegt zu haben. „Ich jogge oft durch den Wald“, erzählt er, „neulich bin ich von einem Polizisten aufgehalten worden, der wollte, dass ich mich ausweise – dann durfte ich weiterlaufen.“

Auch Brigitte Wahl hatte wegen des Infernos schon mit der Polizei zu tun. Im Mai 2017 hat ihr Mann während eines Spaziergangs einen schwarzen Fleck auf dem Waldboden entdeckt. Bei näherer Betrachtung zeigte sich: das sind Kohlen – und in der Mitte ein dünner, angekokelter Zweig. Der Brandherd? Die Neuperlacherin ist sich sicher: „Da hat jemand mutwillig gehandelt. Mit einem Scherz hat das nichts mehr zu tun.“ Über die genauen Beweggründe können die Anwohner allerdings bloß spekulieren. „Ich tippe auf Neid“, sagt die 60-Jährige.

Hohenbrunn

Wie Mahnmale ragen unzählige pechschwarze Baumstümpfe nahe der Putzbrunner Straße gen Himmel – die stummen Zeugen einer dreisten Tat. „Was treibt einen Menschen dazu, mutwillig Tausende Quadratmeter Natur zu zerstören“, fragt der Truderinger Oliver Schütz (50), der Montagvormittag mit seinem Fahrrad in der Nähe der Brandstelle im Höhenkirchner Forst unterwegs war. Auch in seinem Heimatort sei der Zündler schon aktiv gewesen. „Ich versteh’s nicht“, sagt der Angestellte, „wie kann man unserer Umwelt, unserem Zuhause nur so etwas antun?“ Über die Beweggründe hat sich der 50-Jährige schon viele Gedanken gemacht: „Entweder, der Feuerteufel ist schlicht und einfach verrückt“, meint Schütz, „oder es steckt mehr dahinter. Vielleicht so etwas wie Grundstücksspekulation.“

Brandfahnder ermitteln nach Waldbränden

Am Karfreitag hatte der Zündler zum Glück einen wehrhaften Gegner: den feuchten Waldboden. Der sorgte dafür, dass sich die Flammen nur langsam ausbreiten konnten. Kurz vor einer Fichtenschonung kam das ­Feuer vollends zum Erliegen. Verletzt wurde bei dem Flächenbrand wie in den Jahren zuvor auch heuer niemand. Oliver Schütz ist erleichtert. „Gott sei Dank ist es bei der Sache noch nie um Leib und Leben gegangen. Trotzdem: Ich hoffe, dass die Polizei dem Feuerteufel bald auf die Schliche kommt.“

sb, gü

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