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Eine Filiale des Schuhhauses in Fürstenfeldbruck.

Kein Investor in Sicht

Schuhhaus Raab ist nicht zu retten

München - Beim Münchner Traditions-Schuhhaus Raab und seinen 15 Filialen gehen vermutlich Ende Juli die Lichter aus. Wie der Insolvenzverwalter gestern mitteilte, hat sich bisher kein Investor gefunden. Der Ausverkauf läuft auf Hochtouren, den 80 Mitarbeitern wurde bereits gekündigt.

Das Schuhhaus, das eine 116-jährige Tradition hat, hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Derzeit läuft in den 15 Raab-Filialen in München, Oberbayern und der Oberpfalz noch bis Ende Juni der Räumungsverkauf.

Wie Insolvenzverwalter Michale Jaffé am Dienstag mitteilte, müssen die meisten Filialen danach wohl schließen, „weil kein potenzieller Investor ein Angebot für die Übernahme der Kette als Ganzes oder in Teilen vorgelegt hat“. Die insgesamt rund 80 Mitarbeiter seien über diesen Sachstand bereits informiert und hätten unter Einhaltung der Fristen die Kündigung erhalten.

Risiko für mögliche Investoren: Die Höhe der Mieten

„Wir haben seit dem Insolvenzantrag Mitte Februar intensiv nach potenziellen Investoren gesucht und sind dabei zunächst auch auf Interesse gestoßen“, teilte Jaffé mit. „Das hat sich in den weiteren Verhandlungen jedoch nicht konkretisieren lassen.“ Neben der generell schwierigen Lage des Schuh-Fachhandels habe sich dabei insbesondere die Höhe der Mieten an den Standorten für die Interessenten als ein zu hohes Risiko erwiesen. „Letztlich haben wir derzeit nur für die Filiale in Traunstein ein annahmefähiges Angebot zur Fortführung vorliegen“, so der Insolvenzverwalter. „Ohne Investor und neues Kapital haben wir keine Möglichkeit, den Betrieb bei Schuhhaus Raab nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens dauerhaft fortzuführen. Solange der Räumungsverkauf läuft, werden wir jedoch weiter versuchen für einzelne Standorte noch eine Lösung zu finden.“

Für die Gläubiger werde das Insolvenzverfahren ein glimpfliches Ende nehmen, glaubt Jaffé. Durch den guten Erfolg des seit März laufenden Abverkaufs könnten die Forderungen voraussichtlich weit überdurchschnittlich befriedigt werden.

Eines der ältesten Fachhandelsgeschäfte der Branche

Die Schuhhaus Raab GmbH ist mit 116 Jahren Tradition eines der ältesten Fachhandelsgeschäfte der Branche. Aus dem Schuhfachgeschäft entwickelte sich über die Jahre eine moderne Handelskette mit 15 Filialen in Oberbayern, davon acht in München, weitere in Gilching, Fürstenfeldbruck undder Oberpfalz.

Hautpgrund für die Insolvenz ist laut Jaffé der Wettbewerb mit Outlets und Online-Händlern. Dadurch sei der stationäre Schuhhandel in Deutschland in jüngster Zeit stark unter Druck gekommen. Den Umsatzeinbußen stünden steigende Fixkosten für Mieten, Löhne und den Shop-Betrieb gegenüber. „Diese Entwicklung hat für das Traditionsunternehmen letztlich in die Insolvenz geführt.“  

mm

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