Gisela-Gymnasium

Schule ohne Rassismus

München - Für ein großartiges Erinnerungs-Projekt  ist das Münchner Gisela-Gymnasium jetzt von der bundesweiten Initiative „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden.

"Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage.“ So darf sich das Schwabinger Gisela-Gymnasium seit Freitag nennen. Grund dafür ist ein Projektseminar, an dem acht Schüler der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums teilgenommen hatten (wir berichteten). Dafür wurde die Schule nun von der bundesweiten Initiative „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

Unter dem Titel „Denk mal – Erinnerungen im öffentlichen Raum“ hatten die Schüler, darunter Madita Leonhard und Tariq Abo Gamra, die Schicksale jüdischer Schüler während der NS-Zeit rekonstruiert. Sie durchwühlten die Archive im Schulkeller, fanden Daten über 44 jüdische Schüler und einen Lehrer, die bis zur Reichspogromnacht 1938 das Gisela besuchten. Der Lehrer und drei Schüler wurden ermordet. Die anderen schafften es, einer Internierung durch die Nazis zu entkommen. Weil Madita, Tariq und die anderen noch mehr über ihre ehemaligen Mitschüler wissen wollten, wurde mit Hilfe von Suchdiensten und dem Münchner Stadtarchiv weiter geforscht. Das Ergebnis sind detaillierte und teilweise sehr bewegende Biographien.

Die acht Schüler erhielten viel Resonanz. Neben Briefen im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer, hat auch einer der beiden noch lebenden Schüler von damals, Manfred Durst, sich in einem Brief persönlich bei ihnen bedankt. Am 10. November wurde außerdem eine selbst entworfene Gedächtnistafel mit allen Namen der jüdischen Schüler eingeweiht.

cva

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