Immer einen Besuch wert ist die „Schwabinger 7“ aus Sicht ihrer Anhänger. Der Versuch, die Kneipe an der Feilitzschstraße unter Denkmalschutz zu stellen, ist aber gescheitert. Bodmer

„Schwabinger 7“ wird nicht zum Denkmal

München - Jetzt glauben wohl auch die größten Optimisten nicht mehr daran, dass die „Schwabinger 7“ und ihre Nachbarn noch gerettet werden können.

Das Landesamt für Denkmalpflege teilte gestern mit, dass es sich bei den Bauten an der Feilitzschstraße 7 und 9 nicht um Denkmäler handelt: Die Voraussetzungen für eine Eintragung würden beide Gebäude nicht erfüllen.

Das habe die Überprüfung der Denkmaleigenschaften ergeben - eine solche hatte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) beantragt. Die Behörde verweist darauf, dass eine Erhaltung aus „geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Gründen im Interesse der Allgemeinheit“ liegen müsse - was für die „Schwabinger 7“ nicht festgestellt wurde.

Dass eine Eintragung in die Denkmalliste nicht möglich sei, wird etwa damit begründet, dass der Kinobau seine „Aussagefähigkeit als Lichtspieltheater der späten 1940er Jahre“ durch einen Umbau 1970 verloren habe. Argumentiert wird aber auch mit dem Inneren der „Schwabinger 7“. Die „vielfach als schützenswert bezeichnete“ Innenausstattung der Kneipe, so heißt es da, sei „wenngleich sie aus den 50er-Jahren stammt, nicht von überdurchschnittlicher Qualität“.

Damit ist die vielleicht letzte Hoffnung, den ab Ende Juni geplanten Abriss zu verhindern, dahin. Der Bauträger hat schon abgewinkt - und auch in der Politik scheint sich nichts mehr zu bewegen. „Ich sage erst, es ist weg, wenn es weg ist“, sagt Florian Raabe von der Bürgerinitiative „Rettet die Münchner Freiheit“ zwar, andererseits räumt auch er ein, dass der Abriss nun wohl nicht mehr zu verhindern ist - „wenn kein Wunder mehr geschieht“.

Das aber scheint derzeit in weiter Ferne. Zu klar hat die Stadt signalisiert, dass sie keine Handlungsmöglichkeit sieht, um die Gebäude zu retten. Die Protestierer betonen, dass es ihnen nicht nur um eine Kneipe geht, sondern auch um ein Symbol für den „immer dramatischeren Ausverkauf Münchens“ - eine Debatte, die sie auch weiterführen wollen, wenn die „Schwabinger 7“ schon Geschichte ist.

Felix Müller

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Raser-Alarm! Münchner Unternehmer erteilt jetzt Hausverbote - Porsche-Fahrer stellt traurigen „Rekord“ auf
Der Polizei ist in München ein erfolgreicher Schlag gegen die Autoposer-Szene gelungen. Knapp 250 Raser wurden erwischt. 
Raser-Alarm! Münchner Unternehmer erteilt jetzt Hausverbote - Porsche-Fahrer stellt traurigen „Rekord“ auf
Wohnraum-Detektive ermitteln in München: In diesen Vierteln stellen sie die meisten Verstöße fest
350 Wohneinheiten konnte die Stadt im Jahr 2019 vor illegaler Zweckentfremdung retten. Dies geht aus der Statistik des Sozialreferats hervor. Zum Vergleich: Für den Bau …
Wohnraum-Detektive ermitteln in München: In diesen Vierteln stellen sie die meisten Verstöße fest
Umfrage-Hammer: Bayerischer Radio-Riese verliert massiv an Hörern - Münchner Lokal-Sender profitieren
Die Ergebnisse der neuen Funkanalyse für Bayern sind da. Ein Sender aus München verzeichnet ein besonders erfreuliches Resultat. Ein Radio-Riese dagegen verliert …
Umfrage-Hammer: Bayerischer Radio-Riese verliert massiv an Hörern - Münchner Lokal-Sender profitieren
Oktoberfest-Beben: Kult-Wirte ziehen sich überraschend zurück - potenzieller Nachfolger äußert sich vielsagend
Die Nachricht, dass Wirtsfamilie Heide das Wiesnzelt Bräurosl aufgibt, ist taufrisch, da schießen die Spekulationen über den Nachfolger ins Kraut. Es gibt Gerüchte über …
Oktoberfest-Beben: Kult-Wirte ziehen sich überraschend zurück - potenzieller Nachfolger äußert sich vielsagend

Kommentare