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Das Weihnachtsgeschäft lief am vierten Adventssamstag zäh, vor allem Wintertextilien liegen wie Blei in den Regalen.

Schwaches Weihnachtsgeschäft

Münchens Einzelhändler locken mit Super-Rabatten

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München - Auch der vierte Adventssamstag konnte die Erwartungen der Einzelhändler nicht erfüllen. Um den Umsatz anzukurbeln, haben viele Läden die Preise bereits reduziert – so stark wie nie zuvor im Dezember.

Wolfgang Fischer hatte die Hoffnung auf Schnee und kühle Temperaturen schon vor einigen Tagen aufgegeben. „Vor Weihnachten wird es nichts mehr mit dem Winterklima“, sagte der Chef des Einzelhandelsvereins City-Partner. Er sollte Recht behalten. Die milden Temperaturen haben dem Einzelhandel in der Münchner Innenstadt die ersten drei Adventswochenenden schwer zugesetzt, weshalb sich die Hoffnung auf das vergangene Wochenende konzentrierte. Doch während der bayerische Handelsverband von einem „ganz starken vierten Adventssamstag“ berichtete, liefen die Geschäfte in der Landeshauptstadt abermals schleppend. „Es war mit bis zu 15 Grad einfach zu warm“, sagt Fischer. Zwar schoben sich Zehntausende Menschen durch die Fußgängerzone, das Interesse an Wintertextilien oder Skiern war aber geringer als in den vergangenen Jahren – obwohl die Händler bereits reagiert haben und satte Preisnachlässe gewähren. „Für die Kunden ist es heuer wirklich ein Traum, in der Innenstadt einzukaufen, denn solche Aktionen gab es noch nie“, sagt Fischer.

Während der Handelsverband Bayern heuer beim Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatzplus von rund zwei Prozent rechnet, dürfte das Geschäft in München auf Vorjahresniveau stagnieren – im besten Fall. „Textilien sind die stärkste Branche in der Innenstadt. Wenn da die Umsätze schwächeln, macht sich das insgesamt bemerkbar“, erklärt City-Partner-Sprecher Fischer. Noch bleiben den Einzelhändlern drei volle Tage, um das Ruder herumzureißen. Viele Arbeitnehmer haben in der Woche von Heiligabend bereits Urlaub und könnten sich nochmal auf den Weg in Kaufingerstraße und Neuhauser Straße machen. Dies ist zumindest die große Hoffnung unter den Geschäftsleuten. „Natürlich würden sich alle über einen starken Endspurt freuen“, sagt Fischer.

Bilanz ziehen wollen die Münchner Einzelhändler frühestens am 6. Januar. Dann endet aus Sicht der Geschäftsleute das Weihnachtsgeschäft. Denn eines der häufigsten Weihnachtsgeschenke sei seit Jahren der Gutschein, der häufig schon kurz nach den Feiertagen eingelöst wird. „Auch Geldgeschenke werden oft noch zwischen den Jahren in die Geschäfte getragen“, so die Erfahrung von City-Partner-Sprecher Fischer. Zwar gibt es das große Klagen bei Vertretern des Textilhandels, die üblichen Weihnachtsklassiker wie Bücher, Parfums, Spielsachen, Elektronik oder Schmuck waren aber auch am Samstag in gewohntem Maße nachgefragt. Große Umsätze erwartet vor allem der Lebensmittelhandel in den kommenden Tagen bis Weihnachten. Denn an die Weihnachtsfeiertage schließt sich heuer ein Sonntag an, an dem auch getafelt werden will. Die Kühlreagle in den Supermärkten werden deshalb randvoll bestückt.

Wer noch auf der Suche nach einem Geschenk ist, und das dürften durchaus noch einige sein, für den hat Wolfgang Fischer von City-Partner eine Idee: ein Paar neue Skier. „In der Stadt dürfte es noch einige Restposten geben“, sagt Fischer, laut lachend über seinen Witz.

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