Angeklagte Mutter: Evelyn P. hat Drogen geschmuggelt. EbU

Schwangere schmuggelt Drogen - im Körper!

München - In ihrem Körper hat eine schwangere Frau Koks und Heroin von Amsterdam nach München geschmuggelt. Sie hätte nicht nur sich selbst, sondern auch ihr ungeborenes Kind umbringen können.

Dieser Drogenschmuggel barg doppeltes Risiko: Die damals 19-jährige Evelyn P. hat etwa 500 Gramm Kokain und knapp 100 Gramm Heroin im Körper von Amsterdam nach München gebracht – wohl wissend, dass sie in der zehnten Woche schwanger war. Ihr Sohn, der kleine David, kam am 4. Januar gesund zur Welt, doch er wird die ersten Lebensjahre im Gefängnis verbringen. Seine Mutter sitzt in Untersuchungshaft in der Mutter-Kind-Abteilung der Vollzugsanstalt Aichach. Sie hat gestern vor der Jugendkammer des Landgerichts die Drogeneinfuhr gestanden. Ihr droht eine Gefängnisstrafe von voraussichtlich mindestens einem Jahr.

Die Nigerianerin lebt mit ihrer Familie in Mailand. Als sie zum Geburtstag einer Freundin nach Amsterdam reiste, wurde sie dort – laut ihrer Schilderung – von einem Landsmann angesprochen: ob sie für einen Freund – es war der Mitangeklagte Kivova N. (46) – ein Paket nach München bringen könne. „Er wusste, dass ich Geld brauche, ich sollte 500 Euro bekommen.“

Evelyn P. gibt an, dass sie am 21. Mai 2009 im Auto über die Grenze gebracht und in Duisburg in den Zug gesetzt wurde. In Mannheim soll N. mit einer Plastiktüte voller Rauschgiftplomben zugestiegen sein. Evelyn P. versteckte einen geringen Teil im Büstenhalter und führte die größere Menge in ihren Körper ein. Noch im Zug schied die unerfahrene Drogen-Kurierin die Plomben wieder aus, zwei blieben allerdings im Darm, wie später im Krankenhaus festgestellt wurde. Das Rauschgift war nicht nur für sie, sondern auch für das ungeborene Kind lebensgefährlich.

In München flog die Schmugglerin bei einer Kontrolle auf und verwies auf Kivova N. als den Drahtzieher. Die Polizei nahm beide fest, gegen den Angolaner wurde der Haftbefehl zum Ärger der Staatsanwaltschaft im September aufgehoben. Er bestritt die Beteiligung an dem Deal, die Beschuldigung durch Evelyn P. schien dem Gericht für eine Fortsetzung der Untersuchungshaft nicht ausreichend. Die junge Frau, die von Rechtsanwalt Christopher J. Knerr vertreten wird, blieb dagegen im Gefängnis. Der Prozess dauert an.

Sarah List

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