Til Schweiger in München: "„Lachen macht uns Menschen aus“

München - Til Schweiger zu Gast in München: Beim Faschingsball der Narrhalla bekam der Schauspieler den Karl-Valentin-Orden - und erklärte, warum die bayerische Landeshauptstadt für seine Filme sehr wichtig ist.

An diesem Mikrofon hätte Karl Valentin wohl seine Freude gehabt. Jedes „P“, das Laudator Heiner Lauterbach über die Lippen kommt, knallt durch die Lautsprecher - so ohrenbetäubend, dass der Schauspieler seine Rede spontan umdichtet. Das Publikum gluckst und gackert, als aus einem „Top-Star“ ein „Ober-Star“ wird - und der, der gemeint ist, sitzt vorne auf einem goldenen Schnörkel-Stühlchen und grinst: Til Schweiger. Bei der Narrhalla-Soirée im Bayerischen Hof erhielt der 49-jährige Schauspieler am Freitagabend den Karl-Valentin-Orden - die „höchste karnevalistische Auszeichnung in Bayern“, wie Narrhalla-Präsident Günther Grauer betonte. Und Schweiger erklärte mit ernstem Stolz: „Trotz der vielen Bambis“ sei es wahrlich die schönste Auszeichnung, die er je bekommen habe. „Lachen macht uns Menschen aus.“

Til Schweiger, der mit zweitem Vornamen übrigens Valentin heißt („Aber mit weichem ,V‘ - es heißt ja auch nicht Blumenfase!“), reiht sich damit ein in eine Liste prominenter Preisträger: Franz Josef Strauß, Helmut Kohl, Mario Adorf, Thomas Gottschalk und sogar der Papst - sie alle bekamen den Orden für ihre Verdienste um den deutschen Humor im Sinne Karl Valentins. Seit 1973 verleiht die Münchner Faschingsgesellschaft „Narrhalla“ den Preis jährlich. In ihrer Begründung für die Auswahl von Til Schweiger als 41. Ordensträger heißt es: „Der bewegte Mann glänzt durch seine komödiantischen schauspielerischen Leistungen ebenso wie mit valentinesken Wortfindungen seiner Filmtitel wie Keinohrhasen, Zweiohrküken oder Kokowääh.“

Auch Laudator Heiner Lauterbach erklärte, der Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor hätte einiges mit Karl Valentin gemein. Zwar nicht „rein äußerlich“, aber beide hätten einen Hang zur tragischen Komödie und „Lust am Extremen und an Widersprüchlichkeiten“. Er könne stolzer nicht sein als auf seinen Freund Til Schweiger, sagte Lauterbach - und bevor es allzu rührig würde, erzählte er gleich noch, wie er Schweiger einst „am Pinkelbecken in einer Kölner Diskothek“ kennenlernte. „Du hast gelächelt, da war es um mich geschehen.“

Für den Geehrten selbst kommt die Auszeichnug zum richtigen Zeitpunkt: In Kürze startet Til Schweigers neuer Film „Kokowääh 2“ in den deutschen Kinos, im März debütiert er als Hamburger Tatort-Kommissar. Für seine Werke sei München eine wichtige Stadt, sagte der bekennende FC Bayern-Fan: „Ich mische den Ton für alle meine Filme hier. Jeder Mucks, den Sie im Kino hören, hat gute bayerische Luft geatmet.“

Von Ann-Kathrin Gerke

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