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CSU schwenkt bei grüner Gentechnik um

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München - Nach jahrelangem Streit um die grüne Gentechnik schwenkt die CSU auch auf diesem Feld um. Europaminister Markus Söder (CSU) will sich dafür einsetzen, die rechtlichen Voraussetzungen für eine eventuelle gentechnikfreie Zone Bayern zu schaffen.

In der Bevölkerung gebe es sehr starke Vorbehalte gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft, bestätigte Söder am Freitag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Bisher hätten die europäischen Regionen keine Handhabe, wenn die EU-Kommission den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut zulässt. "Wir halten es für sehr sinnvoll, nach einer Optionsklausel zu suchen, mit der wir selbst entscheiden könnten."

Bisher hat die CSU die langjährige Forderung der Opposition nach einer gentechnikfreie Zone Bayern strikt ab. In der Staatsregierung gebe es "wachsende Skepsis" in Sachen Agrar-Gentechnik, sagte Söder. Vier Monate vor der Landtagswahl bereitet die Regierungspartei damit auch in einem wichtigen Teilgebiet der Agrarpolitik einen Kurswechsel vor.

Söder kann innerhalb einer Woche den zweiten Erfolg verbuchen. Anfang der Woche hatte die CSU nach jahrelanger Ablehnung beschlossen, mittelfristig ein kostenloses Kindergartenjahr in Bayern einzuführen - ebenfalls ein ursprünglich gescheiterter Söder-Vorstoß. Der frühere Generalsekretär hatte auch als erster in der CSU einen Kurswechsel in der Gentechnik gefordert. Söder will jetzt auf europäischer Ebene Verbündete suchen.

Der Kurswechsel der CSU deutete sich bereits länger an. So hatte Bundesagrarminister Horst Seehofer ein Moratorium für die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen gefordert. In früheren Jahren hatte die Staatsregierung dagegen auch den umstrittenen Probeanbau von Genpflanzen in Bayern eisern verteidigt.

dpa

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