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Was ging im Münchner Polizeipräsidium vor sich?

Der Mann stammt aus dem Irak

Schwere Vorwürfe: Polizisten sollen Dieb gedemütigt haben

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München - Der Ablauf war eigentlich eher lustig und wahrlich kein großer Fall. Was dann jedoch folgte, könnte für Beamte der Hauswache im Münchner Polizeipräsidium ein ernsthaftes Nachspiel haben:

Der stellvertretende Filialleiter (23) eines Münchner Schuh- und Bekleidungsgeschäftes erhebt Vorwürfe gegen vier uniformierte Beamte, die in seiner Gegenwart einen irakischen Dieb auslachten und demütigten.

Der Facebook-Eintrag von Frederik T.

Frederik T. verfolgte am Donnerstag kurz vor Ladenschluss einen Dieb, der mit zwei linken (!) Sportschuhen davonrennen wollte. Die Flucht endete im Vorraum des nahen Polizeipräsidiums, in das sich der obdachlose Iraker (31) verlaufen hatte. Die Festnahme war nur Formsache. Bei der Durchsuchung des Täters, der ausgezogen wurde, kamen Frederik massive Zweifel: „Sie fingen an, den armen Kerl zu schikanieren“, notierte er auf Facebook, wo er sich seinen Ärger von der Seele schrieb. „Wow, du stinkst ja bestialisch. Kannst du dich nicht mal waschen?“, sollen sie gesagt haben. Und auch: „Na, nix mehr zu essen gehabt? Müssen wir jetzt Schuhe klauen? Haha.“ Dabei registrierte Frederik T. genau, „dass sie zu mir herüberschielten, ob ich’s auch lustig finde.“ Fand er nicht: „Kein Mensch sucht sich freiwillig solch ein Leben aus.“ Und auch die meisten seiner Facebook-Freunde („Einfach widerlich“) sind empört. Am Ende entschuldigte sich der Iraker. Und Frederik dachte insgeheim: „Hätte ich ihm einfach nur die Schuhe abgenommen und ihn laufen lassen. Dann wäre ihm das erspart geblieben.“

Die Polizisten werden nun befragt. Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins: „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst. Sollte sich das bestätigen, gibt es keinen Spielraum. So etwas tolerieren wir nicht.“

dop

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