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CSU erhält Hinweise

Weitere Fälle: Scientologen als Nachhilfelehrer

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München - Die Zahl der Nachhilfe-Einrichtungen in München, die von Scientology-Mitgliedern betrieben werden, ist offenbar höher als angenommen. Anfang der Woche hatte die CSU auf die Einrichtung „Nachhilfe mit Herz“ in Oberföhring aufmerksam gemacht.

Nun liegen Stadtrat Marian Offman Hinweise vor, dass auch in der „Lernakademie“ in Milbertshofen und der „Nachhilfe Großhadern“ Scientologen unterrichten.

So wirbt die Lernakademie auf ihrer Homepage explizit mit „Applied Scholastics“, der Lernmethode von L. Ron Hubbard, dem Gründer von Scientology. Vom Chef der „Nachhilfe Großhadern“, Robert S., gibt es auf Facebook ein Foto, auf dem er eine Scientology-Urkunde präsentiert. Die CSU wollte in einer Anfrage ans Rathaus wissen, ob das Sozialreferat Zuschüsse mit „Nachhilfe mit Herz“ abrechnet. Dies ist tatsächlich mehrfach geschehen, wie ein Sprecher des Sozialreferats bestätigte. Ob auch die „Nachhilfe Großhadern“ und die „Lernakademie“ Geld erhalten haben, konnte die Behörde nicht beantworten.

Aufgrund der geltenden Rechtslage muss die Stadt auch mit Nachhilfe-Einrichtungen abrechnen, bei denen Scientologen tätig sind. Die Lernförderung wird im Rahmen des Programms Bildung und Teilhabe gewährt. Eltern, die Sozialleistungen beziehen, können ihr Kind zu einer Nachhilfe-Einrichtung schicken und dann beim Sozialreferat oder Jobenter Antrag auf Übernahme der Kosten stellen. Abrechnen müssen die Behörden dann laut Gesetz direkt mit dem Leistungserbringer, zum Beispiel mit „Nachhilfe mit Herz“.

„Die Entscheidung, welches Institut oder welche Person die Nachhilfe erbringt, liegt bei den Eltern“, sagt Frank Boos, Sprecher des Sozialreferats. Laut Boos prüft die Stadt weder, ob Nachhilfe-Anbieter geeignet sind, noch gibt sie Empfehlungen für Einrichtungen ab. Dies sei schon wegen der Fülle an Anbietern nicht leistbar. „Letztlich bleibt es in der Verantwortung der Eltern, für welches Institut sie sich entscheiden“, sagt Boos.

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